S3E3 - Sandra Bils, was hat Innovation mit Loslassen zu tun?

Shownotes

In dieser Loslegen-Folge ist Sandra Bils zu Gast. Sandra ist evangelische Theologin und Organisationsentwicklerin und arbeitet bei midi, die Evangelische Arbeitsstelle für missionarische Kirchenentwicklung und diakonische Profilbildung. Seit vielen Jahren begleitet sie deutschland- und europaweit Transformationsprozesse im strategisch-innovativen Bereich, nicht nur im Kontext Kirche und Diakonie.

Hermann und Lisa sprechen mit Sandra über den Zusammenhang von Innovation und Exnovation in Transformationsprozessen. Sie erklärt uns, wieso man auch loslassen muss, wenn man etwas erhalten will, warum das vielen trotzdem so schwer fällt – und welch überraschende Rolle die Tradition für die Innovationsentwicklung spielt.

"Organisationen in der jetzigen Zeit scheitern selten am Neuen, sondern daran, dass das Alte zu lange bleibt."

Die Toolbox EXMOVE von midi, eine Methodensammlung für die Durchführung und Begleitung von Exnovationsprozessen, die Sandra im Gespräch zum Loslegen empfiehlt, findest du unter: https://www.mi-di.de/exmove

Ihr habt noch Fragen, Anregungen oder möchtet euch mit uns zu einem bestimmten Thema austauschen? Schreibt uns an igpodcast@boev.de.

Wir bedanken uns bei unserem Hosting-Partner www.boersenblatt.net.

Eine Produktion der IG Digital des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Transkript anzeigen

00:00:07: Herzlich willkommen bei Loslegen, dem Podcast für mehr Innovation in der Buchbranche.

00:00:12: Dies ist ein Angebot der e-Digital im Wörsenverein des deutschen Buchhandels.

00:00:17: Eure Hosts sind heute dieser Fellbänger, Verlagsleiterin bei Ruach Jetzt und Hermann Echel, Produktmanager für die digitale Publishing-Plattform Bookside bei Paginas.

00:00:27: In dieser Folge haben wir Sandra Bilz zu Gast.

00:00:30: Sandra ist Theologin und Organisationsentwicklerin, seit vielen Jahren begleitet sie deutschland- und europaweit Transformationsprozesse im strategisch innovativen Bereich nicht nur im Kontext Kirche und Diakonie.

00:00:42: Hallo Sandra!

00:00:43: Schön dass du heute bei uns bist.

00:00:45: Hallo ihr beiden.

00:00:46: danke für die Einladung.

00:00:47: Ja, genau.

00:00:48: Wir freuen uns sehr und steigen am besten auch direkt ein!

00:00:51: Ende ... ... ist ein Buch von dir entschieden.

00:00:55: das heißt Exnovation und Innovation Synergie von Ende und Anfang in Veränderung Und du hast es gemeinsam geschrieben mit der Wirtschaftspsychologin Gudrun Töpfer.

00:01:06: Gleich auf der allerersten Seite schreibt ihr relativ provokant die Zeit der Innovation ist vorbei Warum?

00:01:16: Oder was sagt uns das?

00:01:18: Ja, Bulled Move.

00:01:19: Also ganz schön provokante These haben wir natürlich mit Absicht als so ein bisschen so einen Opener gesetzt.

00:01:26: Ich kann es vielleicht damit beantworten wie ich zu dem Thema gekommen bin.

00:01:29: Ich mache seit zehn, fünfzehn Jahren Organisationsentwicklung in größeren Organisationseinheiten und war da in erster Linie bei Veränderungsprozessen auch immer für die Innovation mit zuständig Und ich habe immer wieder gemerkt, wenn ich Organisationen begleitet habe beim Launch von Veränderungen mit Innovationen.

00:01:50: Dass manchmal die Innovationen total gut vorbereitet waren!

00:01:53: Die haben Geld in die Hand genommen, die haben Stellen geschaffen und vielleicht sogar eine strukturelle Anpassung vorgenommen um eben dieser Innovation den besten möglichen Staat zu geben.

00:02:03: Immer wieder ist es mir unter die Augen gekommen dass so war das die Organisation selbst quasi alles dafür getan haben, dass die Innovation fliegen kann.

00:02:14: Aber die ist irgendwie immer gescheitert oder zumindest nicht so zum Blühen gekommen wie sie sich das erwünscht hatten.

00:02:20: und dann habe ich irgendwann mich gefragt gibt es da ein Muster?

00:02:23: Kann man irgendwie sagen woran das liegt, dass manche Innovationen egal wie geil die vorbereitet sind in ihr volles Potenzial ausschöpfen können?

00:02:31: und hab dann relativ schnell gemerkt, dass es oftmals an der Überlastung des bisherigen Systems liegt.

00:02:37: Das hat da manchmal strukturelle Gründe, kennen wir alles.

00:02:40: Dass quasi der Workload so hoch ist, dass in Abteilungen man dann nicht hinterherkommt.

00:02:44: Aber es liegt manchmal auf einer ganz individuellen persönlichen Ebene und das kennen wir vielleicht auch von uns, dass wir bei manchen Sachen sagen, oh ja, schöne Idee.

00:02:52: aber ehrlich gesagt ich habe jetzt auch keine lange Weile mein Kalender ist eigentlich schon voll.

00:02:56: soll ich das jetzt auch noch machen?

00:02:58: Also manchmal haben wir vielleicht den Satz selber gesagt oder bei Innovationen die wir beandern pitchen wollten haben wir das als Response gekriegt.

00:03:06: Und ich bin dann auf die Suche gegangen nach etwas, was sozusagen Innovationen neu zu Potenzialvorhör ermöglicht oder das denen das ermögligt.

00:03:16: Indem ich auf die suche gegangen bin nach Möglichkeiten Dinge auch wieder loszulassen oder auszuschleichen oder von vornherein auszusteigen damit Innovationenpotential bekommen.

00:03:26: Und das war mein Weg zum Thema Exnovation.

00:03:29: und deswegen haben wir eben auch diese erste provokante These an den Anfang des Buches gestellt, weil wir einfach gemerkt haben.

00:03:37: An vielen Stellen sind wir so gerade in Veränderungsprozessen nur besetzt von dieser Idee.

00:03:43: Veränderung muss nur immer aus dem Hinzufügen kommen, wo ist eigentlich mal der Gedanke das man strategisch Dinge weglässt um dadurch Veränderungen anzuschieben?

00:03:53: Also wenn wir jetzt sagen wir heißen ja loslegen Podcast für mehr Innovation in der Buchbranche.

00:03:59: und jetzt fangen wir mit der These an Wir müssen Wir müssen uns eigentlich weniger auf Innovation beschäftigen.

00:04:04: Das heißt, wir müssen loslegen auch Sachen aufzuhören.

00:04:08: Also vielleicht müssten wir den Podcast unbedingt von Loslegen zu loslassen oder loslassen und loslegen?

00:04:14: Ja ich hab's auch schon gedacht.

00:04:15: als er mich eingeladen hat habe ich gedacht ah cool!

00:04:17: Loslegen und loslassen das liegt ja schon sehr nah beieinander.

00:04:21: Ich glaube es ist ganz oft so dass wenn ich jetzt mit Leuten rede dass die dann auch sagen, loslassen.

00:04:27: Das macht ja überhaupt keinen Spaß und man hat gleich so eine verkniffene Verzichtslogik im Kopf.

00:04:33: Aber oftmals wenn ich dann so ein bisschen erzähle warum man das macht und dass das sozusagen einen Umzug ist.

00:04:39: Also um wieder mehr Freiheit, mehr Luft, mehr Kraft, mehr Ressourcen wieder freizustellen, dann hängen die beiden Dinge natürlich auch vollkommen logisch viel stärker zusammen als sonst uns das eigentlich manchmal so klar ist.

00:04:53: Also ich werke das bei mir total, dass ich auch einfach viel zu viel... also wenn man viel zuviel gleichzeitig macht muss ist man ja ständig mit Prioritätensetzungen auch beschäftigt und ich glaube, dass diese Prioritätssetzung ja auch was ist, was einen total aufhält.

00:05:10: Wenn man einfach nicht den Raum hat irgendwas Neues zu machen Ja genau also ich erlebe das an ganz vielen Stellen, dass im Moment in Firmen oder auch in NGOs einfach es unglaublich viele Parallelitäten gibt.

00:05:22: Dass wir Workflows haben die zum Teil nebeneinander herlaufen.

00:05:26: Viele kennen ja auch das sogenannte Silo-Denken, dass quasi einfach Dinge nicht so gut verzahnt sind Und durch diese steigende organisationale Erschöpfung bleibt das einfach so bei den Leuten hängen, dass wenn immer noch was Neues dazukommt.

00:05:39: Also ein gewisser Innovationsdruck und wir finden ja alle Innovationen toll!

00:05:43: Darum geht es mir gar nicht.

00:05:44: ich möchte ja innovieren nur die Innovation kommen nicht zu ihrem Potenzial Wenn wir nicht unsere anderen Hausaufgaben machen damit die Innovation wirklich blühen können und somit einen Innovations Druck ohne Entlastung schafft keine Wirksamkeit.

00:05:58: Und diese Sehnsucht nach Wiedermerk-Klarheit und wirklich auch mehr irgendwie Spaß am Arbeiten und einer größeren Wirksamkeit, das merke ich aller Orten gerade.

00:06:08: Das kann ich auch aus meiner Praxis bestätigen.

00:06:10: Ich war ja jetzt vor meinem aktuellen Job auch eine Weile selbstständig als Berater und Trainer und Dozent und ganz häufig höre ich dass eben von Menschen in den Unternehmen grade von den wirklich aktiven Engagierten, dass die natürlich immer wieder neue Projekte auf dem Tisch bekommen natürlich irgendwann total absaufen darin und eben tatsächlich zu wenig aufgehört wird.

00:06:35: Also eigentlich so, dass das Motto was ja die Agilisten auch nehmen stop-starting start finishing also mal Dinge beenden und dann aber auch wirklich sein lassen und nicht dauernd noch etwas Neues hinzufügen.

00:06:47: Das schafft ja überhaupt erst wieder die Geschwindigkeit weil man dann erst aus dem verstopften Abfluss sozusagen herauskommt.

00:06:55: Aber kannst du das vielleicht auch noch mal aus deiner Praxis ein bisschen beleuchten?

00:06:58: Also ganz konkret.

00:06:59: Was heißt, was habt ihr jetzt zum Beispiel bestimmten Unternehmen oder Organisationen gemacht um dorthin zu kommen, zusammen spielen aus Exnovation und Innovation?

00:07:12: Ja, du sprichst da schon einen ganz wichtigen Punkt an.

00:07:14: also es ist ja auch ganz oft erstmal die Frage der Einsicht der erste Schritt.

00:07:19: Wir kommen ganz oft in Organisationen rein Wohl.

00:07:24: dann zum Beispiel manche Leute sagen auf die Frage was weg kann.

00:07:28: Dann fliegen nur so die Worte aus deren Mund, weil sie entlastet sind dass jemand ihnen mal die frage stellt was sie lassen dürfen und können sofort Workflows sagen oder gewisse Prozesse oder Produkte wo man sagt das ist zum Ladenhüter geworden oder je nachdem in welcher Branche man ist.

00:07:47: Und manche Leute können dann Dinge sehr schnell benennen, wo sie sagen das weglassen zu dürfen wäre mir eine Riesenentlastung.

00:07:54: Und dann sitzt links daneben der Kollege oder die Kollegin, die sagt auf gar keinen Fall.

00:07:59: also wenn wir das machen nur über meine Leiche.

00:08:02: Das heißt, an vielen Stellen sind diese Dinge natürlich entweder auch subjektiv oder hängen ab von dem jeweiligen Arbeitsfeld oder dem was ich sozusagen als Zielmarge habe.

00:08:12: D.h.,

00:08:12: der erste große Schritt in der Begleitung von Exnovationsprozessen ist immer ein Problembewusstsein zu schaffen das im Idealfall geteilt ist und eine Gesprächsatmosphäre so dass alle erst mal sich committen können.

00:08:25: weil Exnovation Prozesse sehr es da verantwortliche Entscheidungen braucht sind halt auch darauf angewiesen.

00:08:32: Das ist so ähnlich wie bei Innovationsprozessen auch.

00:08:34: Wenn die nur von oben runter regiert werden, hat man oftmals unten Leute, die sagen, da habe ich überhaupt keinen Bock drauf und dann wird das halbherzig gemacht.

00:08:43: Und gar bei Exnovationen, wenn es vielleicht auch manche Dinge sind wo das Herz dran hängt oder wo man auch viel Blutschweiß und Tränen rein investiert hat, dann tut man gut daran in der ersten Stufe erstmal bei allen ein gemeinsames Commitment ohne Identifikation zu schaffen.

00:08:55: Das heißt erster Schritt Problembewusstsein?

00:08:58: Zweiter Schritt ist von allen gemeinsam so ein Okayhab, das wir uns mal mit dem Thema befassen.

00:09:04: Und dass es vielleicht auch notwendig ist, das eine oder andere im Dank zu verabschieden?

00:09:09: Dann macht's halt Sinn, mal zu überlegen nach welchen Prioriten!

00:09:12: Täten oder nach welchen Kriterien entscheiden wir?

00:09:15: Was ist uns wichtig und was ist uns nicht

00:09:16: wichtig?".

00:09:17: Und das führt uns dann oftmals zu dem Punkt, kennt ja auch jeder.

00:09:21: Wenn ich purposemäßig weiß, was sozusagen mein Kern ist, worum es mir eigentlich geht, kann ich davon natürlich super leicht ableiten, was es entweder noch zusätzlich drauf braucht als quasi Weiterentwicklung oder Add-on, was vielleicht auch einfach als grundlegende Weiterführung braucht weil man sagt Ja, uns ist dabei aufgefallen Das machen wir, ehrlich gesagt schon ziemlich gut und das fühlen wir vor Ort.

00:09:42: Oder eben – und das ist dann der dritte Schritt, der Exnovationsschritt – was ist quasi mal sinnvoll gewesen aber mittlerweile nicht mehr?

00:09:49: Was ist zum Ballast geworden und was kann man

00:09:51: weglassen?".

00:09:51: Und das ist die zweite Strüfe….

00:09:54: guckt auf Prioritäten, Entscheidungskriterien und versucht gemeinsam so ein bisschen einen Rast dazu erarbeiten nach welchen Optionen man entscheidet.

00:10:03: Und der dritte Schritt ist dann, man setzt das faktisch um.

00:10:06: Das klingt natürlich jetzt viel einfacher als es ist durch die Projektplan machen und dann zieht man das durch.

00:10:11: nur letztlich egal in welcher Branche sind halt manche Manche Beendigungen, manches Ausschleichen.

00:10:20: Manches auch quasi strategische Verlernen oder Aussteigen.

00:10:24: Auch durchaus mit emotionalen Sachen verbunden und das ist auch spannend.

00:10:29: Man hat dann immer gedacht, ja da sind so NGOs wenn die so im Herzen dabei sind ganz emotional verbunden sind.

00:10:35: aber das gibt es auch in der Pharmaindustrie.

00:10:37: Das gibt's auch bei Schrauben herstellern oder auch bei Energieherstellern.

00:10:43: Das heißt dass es zum Teil ein wirkliche Prozess der fast so ähnlich ist wie ein Trauerprozess.

00:10:49: Das heisst man macht einen wirklich strukturierten Prozess um den Leuten diesen ab... Abschied oder dieses Ende zu erleichtern.

00:10:56: Und ich würde sagen, das sind so die drei großen Schritte, die ich so sagen kann als Meterschritte ,die da uns ein gutes Geländer geben in der Begleitung von Exnovationen.

00:11:04: Du hast es gerade selber schon angesprochen mit dem Trauerprozess du bist ja auch ordinierte Pfarrerin.

00:11:10: wie viel Seelsorge steckt in der begleitung und Beratung hinsichtlich Exnovations?

00:11:16: Ja, genau.

00:11:17: Also ich bin in meinem ersten Beruf ja Theologin und auch Pastorin.

00:11:20: somit habe ich auch Seelsorge im Studium und später auch in meiner Praxis gelernt und gelebt.

00:11:27: Das war eben für mich jetzt so eine spannende Erkenntnis, dass ich am Anfang immer dachte naja, Kirche ist ja auch sehr stark so traditionsverbunden.

00:11:35: Bei uns gehört es hier auch ein bisschen dazu das wir auch für uns den inneren Wert haben, Dinge zu erhalten und ein gewisses Traditionsbewusstsein zu haben wo wir Dinge einfach auch im Wandel der Zeit auch wirklich behutsam durch die Zeit durchtragen und das uns dann natürlich Wandeln und Veränderungen nochmal enorm viel schwerer fällt, dachte ich immer liegt in der Natur der Sache.

00:11:56: weil weil wir einfach so biblisch oder theologisch auch ein bisschen das im Stammbuch haben.

00:12:01: Das Lustige war, ich habe jetzt im letzten Jahr beim SWR also beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk bei einer Senderrevision mitgemacht.

00:12:10: D.h.,

00:12:11: im öffentlich- rechtlichen Rundenfunk wurde dann drauf geschaut welche Fernsehsendungen, welche Radiosendungen dürfen bleiben?

00:12:17: Wo wird das Portfolio nochmal ausgebaut und an welchen Stellen ... kann man auch dann bei manchen Sendungen sagen, das hat seine Zeit gehabt.

00:12:25: Das war gut und schön aber hat jetzt eben keine Zukunft mehr.

00:12:29: Und für mich war es sehr heilsam den Verantwortlichen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk mal dabei zuzugucken wie sehr sie auch an ihren Senderformaten hängen.

00:12:40: Deswegen habe ich das gerade gesagt mit dem Schraubenhersteller.

00:12:44: Ich glaube wir unterschätzen immer unsere Affilation oder Verbindung zu Dingen, die uns einfach eine Zeit lang begleitet haben.

00:12:55: Wir sind Gewohnheitstiere... der Soziologe Niklas Luhmann sagt, wir wollen eigentlich möglichst immer das alles so bleibt wie es ist.

00:13:03: Unser Ziel ist nicht in Organisationen irgendwelche Ziele zu erreichen sondern das Ziel ist möglichst die Beiberhaltung des bisherigen.

00:13:11: Wir sind einfach lethargische Menschen und das zeigt sich eben in allen Facetten und eben witzigerweise nicht nur in Kirche wo man das ja quasi schon ein bisschen mit als ... Motor sage ich jetzt mal hart, dass wir eben traditionsbewusst sind.

00:13:27: Sondern es gibt es auch in anderen Branchen und somit braucht's an manchen Stellen dann auch wirklich ganz bewusste Trauerprozesse und eben witzigerweise nicht nur in Kirche.

00:13:37: Sehr spannend!

00:13:37: Du hast vorhin den Begriff Pörpes genannt.

00:13:42: im Zusammenhang das ist etwas was uns hier in den loslegen Folgen immer wieder auffällt Menschen wie dich einladen und mit denen über bestimmte Aspekte sprechen wollen.

00:13:54: Und dann ploppen doch natürlich immer wieder bestimmte Dinge auf, die wir gar nicht so auf dem Schirm hatten in der Vorbereitung des Gesprächs.

00:14:01: Man sieht das eben die Dinge sehr stark zusammenhängen.

00:14:04: also wenn ich jetzt Begriff Pörpers hatten wir in der Verbereitung gar nicht auf den Schirm.

00:14:10: Du bringst ihn aus meiner Sicht völlig zurecht weil das natürlich total hilft zu aussortieren.

00:14:15: Unser Purpose ist, das können ja die meisten Unternehmen oder auch der Teams für sich erst recht nicht definieren.

00:14:22: Das wissen sie gar nicht.

00:14:23: Oder haben sie ja irgendwie, wir sind halt... eine Buchhandlung oder wir sind ein Verlag zum Beispiel.

00:14:27: Wir sind halt Kirche.

00:14:29: Ja, aber wofür seid ihr denn da?

00:14:30: Was ist eigentlich euer Daseinszweck?

00:14:33: Dann kommen die meisten erst mal ins Grübeln und wenn dann diese Klarheit entwickelt wurde, dann fällt es natürlich anschließend auch tatsächlich viel leichter entsprechende Projekte einzuordnen sagen okay ja das ist das oder Produkte ganze ganze Geschäftsmodelle.

00:14:47: Das macht weiter Sinn unter diesem Purpose und dass nicht oder wenn unser Purpose eigentlich noch nicht so richtig erfüllt wird, dann ist das besonders wichtig um um den überhaupt mit Leben zu wecken.

00:14:57: Und in dem Zusammenhang gibt es noch einen anderen Begriff, den hier wiederum, oder dir sozusagen auch zugeschrieben wird auf der Webseite eines Arbeitsgebers MIDI nämlich das ein weiterer Schwerpunkt die Ambidextrie sei und das ist ja jetzt nicht von dem Hintergrund eben dass das loslassen sehr.

00:15:17: was mache ich?

00:15:18: Was mache ich nicht mehr?

00:15:19: Auch nochmal spannende zu erfahren von dir, warum jetzt Ambidextrie?

00:15:24: Also was bedeutet das überhaupt erst mal und welche Bedeutung hat das in dem ganzen Zusammenhang, den wir jetzt gerade besprechen.

00:15:30: Ja da gibt es gewisse Verknüpfungsfelder und das ist unter anderem auch der Grund, warum ich mit Gudrun Töpfer zusammen das Buch geschrieben habe weil die ist, ich würde sagen Deutschlands Expertin im Feld Ambidex-Tree.

00:15:42: und vieles, was ich heutzutage so anwende im Bezug auf Ambidexy hab' ich von meiner Co-Autorin gelernt.

00:15:48: also Ambi-Dextrie, ganz einfach runtergebrochen ist meint Beitändigkeit.

00:15:53: Dexterer die rechts und Dexterer die Hand und Ambi beides.

00:16:01: rechts also heißt oder geht ursprünglich davon aus dass wir in Organisationen so ähnlich wie es gerade schon bei Luhmann gesagt habe Wir haben immer so einen Vorzug für Dinge, die wir immer schon so gemacht haben.

00:16:15: Haben wir immer so gemacht ist ja für uns landläufig auch so ein Spruch von Ja kenn ich.

00:16:21: da läuft quasi in der Organisation alles wie auf einer Schiene.

00:16:24: Wir haben Routinen, wir haben Workflows es ist alles abgesprochen wir wissen was gemacht werden muss und dann rollt der Laden einfach so smooth vor sich hin.

00:16:36: Organisationen, wo diese Routinen sehr gut funktionieren.

00:16:41: Wo man exploitativ nennt man das ausnutzen kann dass man so ein bisschen weiß was einen erwartet.

00:16:47: diesen Organisation fällt meistens eher schwer zum Beispiel Experimentell mal einen neuen Weg auszuprobieren, Innovationen zu implementieren.

00:16:57: Grundsätzlich nochmal nach neuen Alternativen zum Beispiel Branchen, Vertriebsfeldern herangehensweisen zu suchen weil die sich immer quasi reiben mit dem Gefühl von naja würden wir auf der bisherigen Schiene bleiben dann wird das wird er der Zug ja ganz smooth weiterrollen.

00:17:17: Das heißt dieses Nebeneinander von dem einerseits haben schon so gemacht und dem, ah cool wir sollten mal was Neues ausprobieren hat unterschiedliche Spielregeln.

00:17:28: Und wenn ich jetzt eine etablierte Organisation bin wo ich im Grunde genommen eher einen Schwerpunkt habe auf haben wie immer so gemacht wird die Innovation zu einer Herausforderung für mich.

00:17:41: Wenn wir uns jetzt mal umgekehrt vorstellen, angenommen ... Wir sind so ein total hippes neues Start-up.

00:17:47: Unser ganzes Leben besteht aus Innovationen und wir müssen alle zwei Minuten neu festlegen wann die Kaffeepause ist, wer wann welchen Newsletter verschickt oder so.

00:17:57: Es gibt überhaupt keine Routinen weil in der Natur des Startups eben drin liegt dass man hauptsächlich explorativ unterwegs ist.

00:18:05: dann ist das natürlich ein total anderes Mindset Und die Ambidextrie setzt genau bei diesen Dualitäten an und sagt, wie kann ich durch eine bewusste Auseinandersetzung mit diesen unterschiedlichen Strömungen erzielen, dass für entweder das ein oder das andere Feld es zu einer größeren Synergie kommt?

00:18:26: Das heißt, das System kann man einerseits natürlich anwenden auf Systeme, da sind und von Routinen geprägt sind, und von quasi Erwartbarkeiten in so einem Projektplanungssinn.

00:18:40: Aber man kann es natürlich andersrum auch in Situationen anwenden wo alles noch so fluide agil und quasi unerwartbar ist dass es auch einen gewissen Reiz gibt auch Gewohnheiten und Workflows zu schaffen.

00:18:54: Und Ambidextrie setzt eben daran wie so Art zwei Hände.

00:18:59: daher ist das auch dieses Bild Dass man überlegt, an welcher Stelle muss ich vielleicht in meiner Firma und meine Organisation, in meiner NGO entweder die eine Hand ein bisschen mehr trainieren.

00:19:11: Weil dieser Muskel zum Beispiel das Explorativen also der Innovation des Neuausprobierens, dass man neue Wege denkt ist vielleicht noch nicht so gut.

00:19:19: Der Muskel ist noch nicht sehr gut trainiert.

00:19:21: Das heißt da muss ich wieder ein bisschen rein investieren damit das meine Organisation insgesamt aufwertet.

00:19:28: und vielleicht im gleichen Schritt Wo kann ich vielleicht sozusagen die starke Hand, die ich aus Gewohnheit immer nutze?

00:19:36: Weil vielleicht der Wagen immer gewohnhaltsmäßig weiterrollt.

00:19:40: Vielleicht kann ich diese ein bisschen so hinter dem Rücken mir halten und so ein bisschen auch mich bewusst zurückhalten, die nicht noch stärker und normativer werden zu lassen als ohnehin

00:19:50: schon.".

00:19:51: Das heißt... Ambidextrie hat zwei Vorteile, das ist halt einerseits ein Tool was uns so ein bisschen heuristisch also im Bezug auf eine Analyse.

00:20:01: Hilfestellungen gibt an welchen Stellen wir Dinge verändern und verbessern können weil es uns genau Hinweise liefert wo wir Potenzial verschenken und wo wir Wirksamkeit nicht in vollen Maße ausnutzen.

00:20:14: und zweitens Es ist eben nicht nur eine Analyse, sondern wenn wir das ableiten, dann können wir daraus eins zu eins wirklich Handlungsorientierung ableiten.

00:20:23: Wo wir dann wirklich konkret wissen wie wirkt sich das auf Führung?

00:20:27: Auf unsere Struktur?

00:20:29: Auf das Miteinander und vielleicht auch so eine eigene Auseinandersetzung mit dem eigenen Mindset unter eigenem Haltung.

00:20:34: Und somit schwingt halt in diesem Ambidextrithema natürlich immer ein bisschen mit.

00:20:38: Wenn das jetzt immer so Dualitäten sind Inwiefern kann ich vielleicht das hinzufügen und auch das weglassen.

00:20:46: Auch in eine klügere Balance bringen, dass bevor ich zum Beispiel einen Riesen-Innovationsschritt mache und was neu dazu kommt, da sich vielleicht im Vorfeld schon mal strategisch etwas weglasse damit überhaupt ressourcenfrei werden personell finanziell strukturell, damit die Innovation auf guten Boden fällt.

00:21:05: Daher Ambidextrin!

00:21:07: Absolut, also quasi Trainingszeiten frei schaufelte um mit dem Bild zu bleiben und in der Tat habe ich das auch sehr häufig als wahnsinnig befreiend erlebt.

00:21:16: Also das Thema Exnovation eben gar nicht so belastend oder noch zusätzlich belastende im Sinne einer damit verbundenen Trauerarbeit kann passieren natürlich.

00:21:27: aber wenn ich mit Gruppen gearbeitet habe Wo so ein Projektmanagement und Zeitmanagement oder sowas ging.

00:21:37: Da waren die unfassbar froh, wie du es von auch gesagt hast.

00:21:39: Wenn man mal sagt, was könnte man denn jetzt alles weglassen?

00:21:43: Und dann kommen natürlich die ganzen E-Mails, unnötige Meetings.

00:21:47: Unnötig lange Meetings langwierigen Entscheidungsprozesse und so weiter auf wo man sieht dass es eigentlich in Unternehmen wahnsinnig viele Möglichkeiten gibt eben Zeit einzusparen.

00:22:00: also insofern da wollte ich auch nochmal ein bisschen sagen Ja, entschlaglich bringen.

00:22:08: Dass das eben ja nicht nur nochmal jetzt abschreckt sondern im Gegenteil dann die Exnovation tatsächlich eine Riesenschance bedeutet wenn man das ernsthaft angeht als ersten Schritt vor sich der Innovation zuwendet.

00:22:21: Wir haben jetzt noch gar nicht so viel über die Buchbranche geredet aber ich finde alles von dem was du sagst trifft natürlich auch aufs Buchbranchen Kontext dazu.

00:22:31: Persönlich kennen mich ja im kirchlichen Bereich auch ein bisschen aus, aber habe manches davon auch schon in Buchbrauchenkontexten erlebt.

00:22:43: Nämlich irgendwie.

00:22:43: das ist lauten Schwerfälle Dinge loszulassen und so.

00:22:46: Aber warum tun sich viele damit so schwer diese Dinge los zu lassen?

00:22:52: Ja genau, also das Loslassen an sich hat natürlich auf einem ganz individual psychologischen Level bei uns einfach keinen guten Stand.

00:23:01: Uns fällt es einfach emotional unglaublich schwer.

00:23:04: Das hängt zum einen damit zusammen dass wir ja immer eine gewisse emotionale Bindung haben oder auch eine identitätsstiftende Bindung an Sachen.

00:23:13: Also das kennt man vielleicht jetzt auch im Arbeitszusammenhang Dass wenn man immer mit irgendeinem Programm gearbeitet hat oder immer für irgendeinen Produkt zuständig war dann jetzt auf einmal von oben festgelegt wird, ja wir nehmen das jetzt aus dem Portfolio oder dass es nicht mehr Teil im Vertrieb.

00:23:28: Dann macht das natürlich was mit uns weil das natürlich irgendwie in Verbindung zu uns stand und somit verlieren wir dann ein Teil von uns.

00:23:35: Und ein weiterer Teil ist auch, dass Erfolgsgeschichten natürlich oftmals eher verbunden werden mit dem Hinzufügen.

00:23:43: Also wenn ich euch jetzt mal fragen würde wer sind so fünf sechs Leute die euch sehr geprägt haben im Bezug auf ihre Begabung besonders innovativ zu sein dann sprudeln wir wahrscheinlich sofort von irgendwelchen inspirierenden Heldengeschichten.

00:23:56: aber wenn ich Euch jetzt genau die gleiche Frage anders rumstelle und sagen würde Wer fällt euch so ein, welche Person war wirklich mal richtig mutig in dem sie Dinge gelassen hat und beendet hat?

00:24:08: Und hat damals richtig Mut- und Konfliktbereitschaft gezeigt.

00:24:11: Da müssten wir relativ lange überlegen nicht weil die nicht einen guten Dienst gemacht haben sondern weil Exnovation an sich selten Heldengeschichten schreibt.

00:24:19: das heißt Wir suchen natürlich auch oftmals immer nach den Möglichkeiten Den neuen heißen Scheiß am Markt zu platzieren, damit das mit uns assoziiert wird.

00:24:28: Wenn ich jetzt aber wirklich in eine Situation reingehe, wo schon klar ist, paar Leute hängen da dran?

00:24:34: Ich würde zwar viele entlasten oder vielleicht Freiräume schaffen, aber auf jeden Fall drei, vier Leute vergrätzen.

00:24:39: Da muss ich mich erst mal bewusst reinentscheiden, in diesen Konflikt reinzugehen.

00:24:43: Von daher ist es halt auch so ein grundsätzliches Problem mit was ich assoziert werden möchte.

00:24:48: und dann gibt's noch im Bezug auf Entscheidungen im kleinen Mikrobereich, aber auch ein bisschen in so große Entscheidungsprozesse einfach individualpsychologische Facetten, die da rein spielen.

00:25:00: Also zum einen es gibt eine sogenannte Verlustaversion also einen Widerstand gegen das Loslassen.

00:25:10: Das ist bei uns allen total stark eingebaut und das geht davon aus dass ist so ein bisschen Spatz in der Handtaube auf dem Dachprinzip.

00:25:19: etwas was ich verliere ist für mich immer viel, viel mehr wert als der gleichwertige Gewinn.

00:25:26: Also wir stellen uns jetzt mal vor, Herrmann hatte vor uns jetzt also uns beiden Lisa und mir ein Eis auszugeben, hatte sich zehn Euro in die Hosentasche gesteckt und hatte sich das schon so schön vorgestellt um zu gönnerhaftem Eis auszugeben.

00:25:40: Wir stehen vor der Eisdiele, Hermann greift in seine Hosentrasche und merkt er hat den Schein verloren.

00:25:46: Dann hat er in dem Moment nicht zehn Euro verloren sondern die Möglichkeit, uns eine Freude zu machen.

00:25:52: Und so ist das ganz oft dass wir mit Dingen, die einmal durch unser Leben oder unser Herz gegangen sind, so viel verbunden haben, dass diese Aufladung eben oben drauf kommt.

00:26:01: würde Herrmann jetzt auf der Straße zehn Euro finden und sagen ich lad euch auf ein Eis ein Ist es faktisch das gleiche aber wiegt's auf einem ganz anderen Level weil in dem Moment ist da keine Aufladung gewesen.

00:26:15: Und somit spielt dieses emotionale an ganz vielen Stellen rein und diese Verlust aversion, es für uns ein Faktor wir schaffen dadurch auch Sicherheit.

00:26:24: also an ganz viele Stellen sind ja Emotionen oder auch Identifikationen für uns das schafft Zugehörigkeit, das schaft Sicherheit und dementsprechend muss man schon ganz gute Gründe Menschen liefern sich von Dingen zu trennen Weil das für sie in dem Moment ja nicht ein rationales Trennen ist, sondern man nimmt den Leuten in dem moment so eine Art sicheres Geländer.

00:26:47: Und das sind jetzt alles so individual-psychologische Sachen?

00:26:50: Aber es gibt neben den Dingen die uns als Menschen betreffen auch noch... Strukturelle Dinge.

00:26:55: oder man spricht ja von systemischen Dingen, das heißt an manchen Stellen so wie es gerade schon mit diesem Bild dieser in der Firma läuft alles wieder auf einer Schiene deutlich gemacht hat.

00:27:04: Man spricht am System ist ein von sogenannten Pfadabhängigkeiten.

00:27:08: Das heißt wenn ich natürlich weiß auf welchem Formular Ich was wie ausfüllen muss dann plane ich natürlich meine Prozesse So dass das immer einigermaßen in diese Logik reinpasst und in diesen Workflow Und dann werde ich nicht da drauf kommen und sagen Joa ich mache das jetzt alles anders alles weg, weil das mir natürlich total viel extra Arbeit macht.

00:27:27: Und an ganz vielen Stellen ist das weglassen zum Beispiel eine App loszulassen oder einen Kanal oder was weiß ich?

00:27:36: Eine Sitzung oder so hat dann immer zur Folge dass sich einmal kurz organisieren muss.

00:27:41: wie machen wir es stattdessen?

00:27:43: Wie füllen wir die Lücke oder sowas?

00:27:45: und dementsprechend wollen Leute diese Form von struktureller Änderungen nicht und somit werden wir sagen Wir umgehen an vielen Stellen möglichst auch immer das Loslassen.

00:27:54: Hängt das einerseits mit individualpsychologischen Sachen zusammen und andererseits mit Systemischen,

00:27:59: d.h.,

00:28:00: wir brauchen so ein bisschen Hebel an beiden Seiten damit sich Leute eher dazu motivieren lassen den Wert des Loslassens zu erkennen.

00:28:09: Ja es ist ja also sobald man darüber diskutiert was man weglassen kann kommen ganz viele Leute dazu die dann sagen deswegen können wir diese Sache nicht loslassen Deswegen ist das wichtig.

00:28:22: Und die kommen aber nicht, wenn es einfach

00:28:23: weiterläuft.".

00:28:24: Ich würde sogar so weit gehen und sagen zum Beispiel – das war sich gerade am Beispiel der Verlustaversion erklärt habe!

00:28:29: Also diese Form von Widerstand ist ganz oft Verlustangst in professioneller Kleidung.

00:28:36: Das heißt, es ist total professionell zu sagen ah nee an der Stelle das da können wir nicht darauf verzichten.

00:28:42: Das hat oftmals keine rationalen Gründe sondern ist einfach mein individueller Widerstand.

00:28:46: aber das kann ich dann so gut frame weil das klingt dann noch halbwegs professionell.

00:28:51: Aber eigentlich is an vielen Stellen Wider Stand gegen Exnovation eigentlich nur dass Ich selber eine Angst habe vor der Unsicherheit Weil ich ja noch nicht weiß was dann stattdessen kommt.

00:29:01: Es hat Ja auch Was was einfaches mit diesem Satz zu kommen.

00:29:05: Aber das haben wir doch schon immer so gemacht, weil es läuft... Ist ja

00:29:08: auch energiesparend!

00:29:10: Ja ich hasse auch nicht so sehr wie diesen Satz wenn man Sachen in Frage stellt oder sagt warum ist es so?

00:29:17: und dann sagt jemand ja dass haben wir halt schon immer sowas gemacht.

00:29:20: Das

00:29:20: stimmt ist ja, wenn man eben wie du jetzt herausgearbeitet hast sich erstmal bewusst ist, dass da eben auch so viel Emotionalität mit verbunden ist, deswegen spricht man ja auch nicht umsonst beim Change Management vom Tal der Tränen, durch das Individuen oder auch Teams oder ganze Organisationen durchmüssen bei Veränderungen.

00:29:39: Und es kann so leichte Veränderung sein wie zwei Leute sollen irgendwelchen Büro wechseln oder was weiß ich?

00:29:44: Oder eben es gibt Mercher-Verkäufe und sonst was.

00:29:47: also kann ja sehr unterschiedlich umfassend sein, was diese Veränderungs bedeuten.

00:29:55: leichter fallen oder weniger.

00:29:56: Manche Menschen kommen mit sehr drastischen Veränderungen, viel besser klar als andere Menschen mit sehr kleinen Veränderung und das ist überhaupt zu... Aber Anzuerkennen auch nicht sagen, jetzt regt die sich so darüber auf?

00:30:08: Da hat der so Schwierigkeiten damit umzugehen, dass es erquatscht sondern wenn ich das nicht anerkenne, dann erhöhe ich ja nur den Widerstand.

00:30:19: Und beim Thema Widerstand sind wir jetzt sowohl bei dem Buchhandel, beziehungsweise bei der Buchbranche sozusagen als auch bei der Kirche.

00:30:26: Das ist mal ein bisschen provokativ ausgedrückt.

00:30:29: Jetzt kommt es zu solange aus einem kirchlichen Bereich und bis in den kirchischen Bereichen auch sehr stark tätig nicht nur aber eben auch von so wie ich das verstanden habe.

00:30:37: Ist auch sehr Stark.

00:30:39: Ist Kirche und Innovationen nicht quasi einen Widerspruch in sich?

00:30:43: Was kann die Buchbranche vielleicht trotzdem von der Kirchen lernen?

00:30:48: oder der Entwicklung in der Kirche.

00:30:50: Sehr schöne Frage!

00:30:52: Etwas gemein?

00:30:53: Nee, ich finde die gar nicht gemein.

00:30:54: Ich finde sie schön.

00:30:55: Also ich habe ja gerade schon gesagt dass man landläufig so als Rezeptionsmusterkirche gegenüber natürlich immer denkt Ja wir sind so Traditionsladen bei uns ist ganz viel auch einfach das wir Dinge erhalten und dass das so unser Hauptkern Thema ist so, ne?

00:31:11: Das stimmt natürlich.

00:31:13: Ganz kurz... Also diese beiden Sachen kann man über die Buchbranche aber finde ich auch sagen.

00:31:22: Aber die meisten unserer Marken sind noch nicht über zweitausend Jahre alt!

00:31:29: Da können wir uns jetzt mal als Kirche auf die Schulter klopfen und in der Hinsicht sind wir wirklich also ein absolutes Traditionsunternehmen.

00:31:36: Logo und Branding sind auf jeden Fall super!

00:31:39: So

00:31:39: oder?!

00:31:39: Ja, also Corporate Design ist auf jeden Fall ... das können wir.

00:31:46: Also somit dieser Teil dieser Tradition der ist bei uns ganz stark und das ist einerseits natürlich was Theologisches und Bibelisches und wir hatten ja gerade schon diese Luhmansche Richtung mit.

00:31:57: eigentlich sind ja auch Trägesysteme in dem Sinne träge weil ich will so bleiben wie Ich bin.

00:32:04: Schön wäre es natürlich, wenn alles irgendwie so smooth quasi von einer Generation in die nächste so weitergegeben wird.

00:32:11: Das heißt der Teil da müssen wir uns wenig drum kümmern, weder bei Kirchen noch im Buchhandel.

00:32:15: Der Teil ist eigentlich relativ easy.

00:32:18: Die Frage ist nur wie kommen die zwei anderen Facetten von Transformation mit Rhein?

00:32:23: Transformationen haben ja drei Facetten.

00:32:25: Die eine Tradition, der Erhalt und die Weiterentwicklung des bisherigen So.

00:32:30: Aber das zweite ist natürlich die Innovation.

00:32:33: Und da würde ich schon sagen, natürlich leben wir jetzt als evangelische Kirche auch nicht mehr irgendwo in der Hütte und machen das so wie vor tausend Jahren.

00:32:42: Sondern natürlich hat sich auch unsere Form von Kirchessahlen weiterentwickelt!

00:32:46: Wir haben jetzt irgendwelche Christfluencer die irgendwie im Social-Media Bereich Dinge machen.

00:32:51: Wir haben komplett neue Formate uns mit Bibelauseinander zu setzen, die auch innovative Gottesdienstformate sind.

00:32:57: Das heißt also Innovation ist bei uns ja da auch eingezogen kommt ja bei uns auch auf jeden Fall vor.

00:33:04: Und der dritte Teil ist dann, inwiefern braucht es auch Exnovation?

00:33:09: Dass man einfach Dinge auch im bestmöglichen und kritischen Sinne auf dem Prüfstand stellt und sagt welche Dinge waren gut oder ich würde jetzt sagen theologisch segensreich aber sind vielleicht mittlerweile zum Ballast geworden.

00:33:24: Und ein kluges Zusammenspiel dieser drei Ströme Tradition Innovation und Exnovation.

00:33:33: Das zusammen in einem klugen Zusammenspiel schafft einen wirksamen und guten Blick auf die Zukunft!

00:33:40: Und ich würde schon sagen, dass wir natürlich im Rezeptionsmuss, das haben wir jetzt am Anfang von Kirche denkt man so ein bisschen so Traditionsladen.

00:33:46: Aber faktisch bei uns wird gerade sehr viel umstrukturiert auch zum Beispiel was weiß ich die Zuschnitte wie Kirchengemeinden organisiert und sodass er ändert sich grade sehr sehr rapide.

00:33:57: Wir haben auch ganz große Veränderungen im Bereich der Hauptamtlichkeit weil wir uns im Moment nicht mehr so viele hauptamtliche Pastorinnen und Pastoren leisten können so viele Leute studieren, auch gerade gar nicht mehr Theologie.

00:34:11: Das heißt ich würde schon sagen dass man im Bereich Innovation und auch Exnovation sich gerade im kirchlichen Bereich wirklich was abgucken kann.

00:34:19: Und Ich würde sogar soweit gehen!

00:34:20: Ich habe auch Kontakt mit Leuten zum Beispiel aus dem Bereich der Post oder auch aus Bankengewerbe Das sind ja auch so monolithische Organisationen, wo man irgendwie sagt Ja da habe ich jetzt Vertrauen drin.

00:34:33: Die gibt es schon seit tausend Jahren.

00:34:34: das sind auch irgendwie so ehrfürchtige Organisation oder sowas.

00:34:38: aber auch zum Beispiel die Post ist hier auch durch eine veränderte Filialstruktur Jetzt auch durch einen Riesenwandel durchgegangen.

00:34:45: und Ich würde denken wenn du Organisationen hast die So sehr verlässliche und langjährige Partner sind die uns so durchs Leben begleiten gerade die Organisation Wenn die in ihren sehr starken Verwaltungsapparaten nach und nach so einen Wandel hinkriegen, der vielleicht kein Sprint ist.

00:35:04: Aber ein Marathon!

00:35:05: Dann kann man sich bei denen auf jeden Fall abgucken wie ein Haltungswandel funktioniert, ein Perspektivwechsel, wie man auch die Leute einschwört noch mal anders zu identifizieren im Bezug auf den Wandel.

00:35:17: Weil ich würde immer denken, Organisationen in der jetzigen Zeit scheitern selten am neuen.

00:35:23: sondern die scheitern daran, dass das alte zu lange bleibt.

00:35:27: Ein Satz, den wir auf jeden Fall nutzen, hat sehr gut auf den Punkt gebracht und das sind wir auch wieder bei der Buchbranche – ich vermute mal, dass Lise da gleich eben dran gedacht hat.

00:35:41: Das ist genau das was wir von vielen Verlagen und von vielen Buchhandlungen mitbekommen dass sie dem zu lange an dem Alten festhalten.

00:35:51: Also in einem Selbstverständnis, also wir sind ein Verlag Ergo machen wir Bücher denn das ist was einen Verlag macht.

00:35:58: darüber definieren wir uns und während andere Verlage sich längst verabschiedet haben von diesem doch eigentlich ihr eingeschränktes Selbstverständnis und sagt, ja wir sind ein Informationsdienstleister.

00:36:10: Und Informationen kann ich in Buchformen und natürlich dann auch im E-Book oder Audiobook formen aber eben auch über irgendwelche Online-Datenbanken, über Events, über Podcasts und was das ich vermitteln oder ich kann sie auch total personalisieren.

00:36:26: Das geht gar nicht mehr um das Buchformat im Sinne eines festgelegten Contents, der halt aus wie auch immer und das war es dann.

00:36:39: Sondern ich stelle Content immer wieder zusammen.

00:36:43: Der Unterschied zwischen einem Kochbuch zum Beispiel unter unserem Chefkoch-Plattform oder ähnlichem.

00:36:51: Und da sind manche schon sehr weit gedient.

00:36:58: Ich würde sagen so grundsätzlich gibt's eine Zweiteilung im Fach Buchbereich sind viele Verlage in dieser Richtung weiter und im Publikums-Bereich Beletristik, populäres Sachbuch sind viele verlage da eher noch nicht so weit.

00:37:14: jetzt mal sehr grob dazu geordnet.

00:37:17: Was würdest du diesen Verlagen oder natürlich auch Buchhandlungen die da eben noch nicht auf dem Weg gemacht haben mitgeben?

00:37:26: Wie sollten die beginnen oder wo sollten sie ansetzen?

00:37:28: Ja,

00:37:29: das ist ganz spannend.

00:37:30: Ich nutze – und das sage ich jetzt nicht nur weil ich hier bei einem Buchhandel-Podcast bin sondern auch grundsätzlich – ich nutze ganz oft in meinen Vorträgen das Beispiel der Brockhausenzyklopädie.

00:37:42: Weil wenn man sich mal mit mit dem Purpose oder den Motos der jeweiligen Verlage auseinandersetzt, oder mit den quasi Überschriften die über gewisse Vertriebswege gesetzt haben.

00:37:58: Ist das Super Telling in Bezug auf die Art und Weise wie sie sich schon vorher im Vorhinein quasi ihre Zukunft beschneiden?

00:38:07: Also zum Beispiel dass Motto dieser Brockhauslinie war Wir verkaufen seit dem achzehnten Jahrhundert enzyklopädische Bücher.

00:38:18: Das war das Motto von Brockhaus!

00:38:20: Seit, ich weiß es nicht... werden die Brockhausenzyklopädischen Bücher in dem Sinne nicht mehr gedrobt.

00:38:28: Zwischendurch gab es ja noch so eine CD und Online-Variante, aber meines Wissens ist dieser Schritt

00:38:35: vorbei.".

00:38:36: Und man merkt genau warum es denen schwer gefallen ist diesen Schritt zu gehen dieses nicht mehr lukrative Geschäftsverlassen?

00:38:43: Das hat damit zu tun, weil ich von vornherein ein Selbstbild bei den Leuten zementiert habe.

00:38:49: Nämlich wir verkaufen seit dem achtzehn Jahrhundert enzyklopädische Bücher.

00:38:54: und da möchte ich einfach die Verbindung ziehen was wir gerade hatten.

00:38:56: wenn ihr mich fragt oh ja Kirche der Traditionsladen ja look at Brockhaus das ist genau das gleiche!

00:39:04: Weil man dann natürlich so ein Bild hat von so einem leder eingebundenen Schinken dass so im gelsen kirchender Barock im Wohnzimmer hängt.

00:39:11: Und das natürlich in solchen Settings, Menschen sich viel schlechter von so einem Produkt trennen können.

00:39:19: Es liegt vollkommen auf der Hand!

00:39:20: Weil das ist ein anderes Level.

00:39:22: da kannst du dann die Zahlen und Bilanzen angucken und kannst auf dem rational strategischen Level entscheiden.

00:39:28: Aber was es den Leuten schwer macht, dass sie immer das Bild des Leder einen gebundenen Schinkens hat, das bei Oma irgendwie zu Hause im Regal steht.

00:39:38: Und ich glaube deswegen ... Da hatten wir's ja gerade schon von das Potenzial noch mal neu zu überlegen, was ist eigentlich unser Kern?

00:39:48: Helft total und im Idealfall ist halt der Kern an sich nicht festgelegt auf ein gewisses Format.

00:39:54: Weil wir sind in der total agilen Zeit – der Markt ist total volatil.

00:39:58: wenn ich für mich im Kern klar habe, was für ein Produkt ich machen will!

00:40:02: Dann kann sicher auf der Ebene wie es sich dann äußert und welche Art und Weise die Dienstleistung oder Produktvertreiber, sich das total volatil verändern.

00:40:11: Weil ich meine Sicherheit aus dem Kern ziehe und ich habe mal den Eindruck wir schenken den Leuten keine Sicherheit im Kern Und dementsprechend ist alles, was wir denen wegnemen für die einen Riesensicherheitsverlust.

00:40:24: Das heißt ich würde immer dazu raten je klarer die Leute committed sind auf das worum es im Kern geht gehen die leute auch Exnovationsschritte mit.

00:40:32: Es ist wirklich eine frage von Commitmen.

00:40:34: und um halt den menschen.

00:40:36: also Ich erkläre dass immer so am Beispiel eines Geländers wenn ich natürlich ein geländer wegnehme Was für mich gewohnt war und wo ich auch dankbar war weil das für mich irgendwie so ein bisschen eine sichere quasi Richtung vorgegeben hat, dann muss ich natürlich in einem vergleichbaren Maße den Leuten zumindest einen Hinweis geben, woran sie sich künftig festhalten können.

00:41:00: Und je klarer der Kern ist umso mehr können auch Leute in der Übergangsphase mal zwei drei Schritte ohne Geländer gehen, um dann auf der anderen Seite wieder ein neues Geländer zu greifen.

00:41:10: und das ist auch ne totale Führungsaufgabe sehen aber die meisten nicht weil für die meisten ist halt Exnovation im Sinne von Sparen dann schon zu Ende gedacht.

00:41:21: Exnovation beinhaltet aber auch, dass ich meine Leute in diesen Schritten mitgehe weil das ganz viel sich auch dreht um Sicherheit und Sicherheit und Visionsbildung.

00:41:31: Und du kannst den Leuten natürlich am meisten Sicherheit geben wenn allen klar ist hier ist vorne Hier ist der Kern und in die Richtung gehen wir alle gemeinsam.

00:41:40: Du fragst dir vorhin doch schon vom Fahrt.

00:41:42: Ich bin dir total dankbar für das was du gesagt hast.

00:41:45: Du hast vorhin auch die Tradition benutzt.

00:41:49: Und ich habe jetzt gerade irgendwie, das muss ich nicht klargeworden, Exnovation heißt eben nicht sagen abschneiden der Tradition, nicht sozusagen auskippen der Tradktion sondern ganz im Gegenteil andocken an die Traditions weiterführende Tradition aber eben mit neuen Mitteln oder den Fahrt weitergehen und nicht nur auf dem Fahrt wie auf der Stelle treten.

00:42:10: Ja, für Jahr wieder denn das steckt ja eigentlich in diesem December seit zwanzig Jahren so gemacht.

00:42:14: Das machen wir jetzt auch weiter so.

00:42:16: Da geht es ja gar nicht nach vorne da gibt's keinen Vorne sondern da gibt es nur den Blick nach hinten.

00:42:21: aus meiner Sicht so eine Art falsch verstandene Tradition oder ein falsches Traditionsverständnis.

00:42:27: Aber ich muss wirklich zugeben, ich war früher auch lange Zeit eher so einen Anti-Traditionalist weil ich dachte der Tradition ist schlecht das hemmt uns nur.

00:42:33: aber so wie du das jetzt erläutert hast verstehe ich schon.

00:42:37: also Tradition kann auch wahnsinnig helfen in dem Sinne wie es gesagt hat als Geländer als Sicherheitgeber als Grundkonstant oder Grundfeste auf der man eben auch letztlich steht.

00:42:49: ja

00:42:49: Was mir an der Stelle auch noch mal wichtig ist und das knüpft total anders an, was du sagst.

00:42:54: Wir haben ja oftmals dann das falsche Verständnis dass wir sagen Naja ich lass erstmal alles so wie es ist Ich lasse es erst einmal laufen Und wir haben ganz oft die Wahrnehmung, dass dieses einfach erst mal laufen lassen uns dann in Zukunft eine gewisse Sicherheit gibt weil man einem gewissen Pfad folgt.

00:43:10: Aber gerade in sowohl latilen Zeiten wie heute braucht es ja manchmal Entscheidungen und uns wird ganz selten bewusst das das Abwarten oder Verzögern oder Vertrödeln manchmal viel größeren Schaden nimmt.

00:43:22: Das heißt wenn ich möchte das Dinge erhalten bleiben gehört manchmal zum Erhalt das punktuelle Loslassen dazu Und diese Verknüpfung haben wir in unserem Mindset der Tradition und auch im Bezug auf Veränderungen gerade noch ganz, ganz wenig eingeübt.

00:43:38: Absolut!

00:43:39: Genauso wie glaube ich das beste Mittel des wichtigste Werkzeugen im Bereich des Risikomanagements – in der Risikovermeidung dass das gezielten Eingehens von Risiken geht also im Sinne der Innovation weil die sonst eben ja sehe deutsche Automobilindustrie zum Beispiel ... der Entwicklung, wenn man da herhinkommt und eben nicht mehr führend bin.

00:44:01: Und weil ich sage ja, ich muss ja meinen Geschäft beschützen... Ich setze alles daran, dass die Politik das Gesetz gebe usw.

00:44:09: auch mein Geschäft schützt, damit ich mein Geschäft weitermachen kann.

00:44:11: Dann kommt irgendwann das Böse erwachern.

00:44:13: also ohne ein Eingehen von Risiken erhöhe ich sogar langfristig!

00:44:19: Das Risiko.

00:44:20: Kurzfristig scheint das sinnvoll zu sein, weil ich dann eben mein Geschäft beschütze und dafür werden ja auch klassischerweise Menschen im Management bezahlt, dass sie Risiken abwehren.

00:44:31: aber das führt dann eben dazu, dass das Risiko letztlich immer größer wird.

00:44:35: Dass es daneben gar nicht mehr funktioniert.

00:44:37: Siehe Brockhaus.

00:44:39: Total!

00:44:39: Loslassen an sich ist total schwer.

00:44:42: Ich möchte das auch nicht kleinreden.

00:44:43: natürlich er hat das für viele Leute einfach von vom Investor ist das eine gewisse Herausforderung.

00:44:49: Loslassen ist schwer, aber der Stillstand an sich hat viel größere Kosten.

00:44:54: Und diese Güteabwägung treffen wir ganz selten.

00:44:58: Zum Abschluss, Sandra würde ich dir gerne noch eine Frage stellen und zwar wenn unsere Zuhörerinnen jetzt hier aus dieser Folge die Folge zu Ende gehört haben welchen Tipp würdest du denen mitgeben?

00:45:13: Wie können sie Exnovationsprozesse bei sich selbst entweder sich verbessern im Loslassen oder eben auch diese Innovationsprozesse in ihren Teams, in ihren Unternehmen begleiten.

00:45:29: Ja, genau.

00:45:29: Ich habe in den letzten fünf, sechs Jahren eben auch unter anderem durch das Buch sehr viel theoretisch dazugearbeitet und ganz oft haben Leute gesagt die Ideen finde ich toll oder ich hab dich mal im Vortrag gehört.

00:45:39: Ich halte ja auf viele Vorträge zu dem Thema.

00:45:41: dann waren die Leute total begeistert.

00:45:43: aber sie haben da gesagt okay um wie setzen wir das jetzt um?

00:45:45: Wie kriegen wir das auf die Straße?

00:45:46: Wir kriegen das in unserer Organisation umgesetzt Und mit der Zukunftswerkstatt bei der ich tätig bin Midi haben wir eine Toolbox entwickelt wo eben Methoden und Intervention zusammen gesammelt sind machen, um in ganz kleinen aber auch zum Teil in riesengroßen Prozessen Exnovationen in ihren Firmenorganisationen NGOs umzusetzen.

00:46:07: Das ist die X-Move Toolbox.

00:46:08: ich glaube ihr wollt das auch verlinken?

00:46:11: In den Show Notes hatte die angeboten.

00:46:13: da freuen wir uns!

00:46:14: Das Material ist eigentlich ganz cool.

00:46:15: Wir haben über siebzig Methoden mit ganz vielen unterschiedlichen Sachen.

00:46:19: Die herangehensweise ist jetzt erstmal quasi angedockt an den kirchlichen Bereich, aber alle Methoden sind auch nutzbar in komplett anderen Settings.

00:46:28: Ich weiß von Unis Schulen und Firmen die das auch nutzen das Material also.

00:46:32: somit sei dass auch dem Buchhandel empfohlen.

00:46:35: obwohl das sozusagen von einer Kirchlichen Arbeitsstelle empfohl ist es quasi Komplett State of the Art und ist ein cooles Tool Set.

00:46:42: man kann das auf der Website runterladen und der Schnupper Version kann man faktisch das runter laden und sofort starten.

00:46:48: und wie gesagt siebzig Tools nach mit unterschiedlichem Anwendungsmethoden.

00:46:53: Und das würde ich, glaube ich den Hörerinnen und Hörern an die Hand geben.

00:46:56: wenn ihr Lust habt mal Exnovation ganz praktisch umzusetzen dann seid ihr damit auf jeden Fall für die ersten Schritte gut gewappnet.

00:47:03: Wunderbar!

00:47:04: Vielen Dank

00:47:04: fürs Gespräch Sandra für deine Impulse und vor allen Dingen den Impuls damit loszulegen, los zu lassen.

00:47:12: Danke für die Einladung und alles Gute euch weiter für den Podcast.

00:47:21: Ihr habt noch Fragen, Anregungen oder möchtet euch mit uns zu einem bestimmten Thema austauschen?

00:47:29: Schreibt uns an ig-podcast.de.

00:47:36: Wir möchten uns außerdem bei unserem Hosting Partner dem Börsenblatt herzlich für die Unterstützung bedanken.

00:47:43: Loslegen!

00:47:44: Der Podcast für mehr Innovation in der Buchbranche ist eine Produktion der IG Digital des Börsensvereins des Deutschen Buchhandels.

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