S3E4 - Monika Kempf, wie wichtig ist der Vibe?

Shownotes

In dieser Folge ist Monika Kempf zu Gast. Nach verschiedenen Stationen als Lektorin in großen Verlagen hat Monika „die Seiten gewechselt“ und sich 2022 als Literaturagentin selbstständig gemacht. Von Beginn an teilte sie dazu sehr transparent und nahbar Einblicke in ihre Arbeit auf Social Media, auch damit potenzielle Partner*innen schon vor dem ersten Kontakt einen persönlichen Eindruck von ihr bekommen können. Dass ihre Social-Media-Tätigkeit in der Branche aber so stark als kreativ und neuartig wahrgenommen wird, hat sie selbst überrascht, gibt Monika im Gespräch zu.

„Es geht mir darum, ein gutes Match für die Schreibenden zu finden. Dabei geht es nicht um das meiste Geld, sondern wo sie sich am ehesten gesehen fühlen."

Katharina und Lisa sprechen mit Monika über die Realität im Literaturbetrieb und wie die perfekte Zusammenarbeit in der Buchbranche aussehen sollte. Sie erklärt uns, warum eine Kommunikation auf Augenhöhe zwischen Verlagen, Agenturen und Schreibenden aus ihrer Sicht so entscheidend ist und wie man auch bei Misserfolgen partnerschaftlich miteinander umgeht. Monika erzählt uns außerdem, wie sie ein passendes Match für ihre Schreibenden findet und wieso sie sich auch als Filter zwischen Verlagen und Schreibenden begreift. Außerdem gibt sie Einblicke in ihren Alltag zwischen einem unendlichen Nachschub an Manuskripten, der großen Herausforderung einer Work-Life-Balance und der emotionalen Achterbahnfahrt von Debütant*innen, die sie als Agentin bestmöglich begleiten möchte.

Ihr habt noch Fragen, Anregungen oder möchtet euch mit uns zu einem bestimmten Thema austauschen? Schreibt uns an igpodcast@boev.de.

Wir bedanken uns bei unserem Hosting-Partner www.boersenblatt.net.

Eine Produktion der IG Digital des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Transkript anzeigen

00:00:08: Herzlich willkommen

00:00:08: bei Loslegen, dem Podcast für mehr Innovation in der Buchbranche.

00:00:13: Einem Angebot der IG-Digital im Börsenverein

00:00:15: des Deutschen Buchrandes.

00:00:18: Eure Hosts sind heute Katharina Eichler, Salesanalyst bei der Penguin Random House Verlagsgruppe und Lisa Felbinger, Verlachsleiterin bei Ruhrf.

00:00:26: Jetzt

00:00:27: In der heutigen Folge haben wir Monika Kämpfzugast.

00:00:32: Monika hat im Lektorat mehrerer großer Publikumsverlage gearbeitet – daher kennen wir beide uns auch und als freie Lektorin und Übersetzerin.

00:00:41: In den letzten Jahren folgte dann die Gründung der Monika-Kämpfliteraturagentur, die gerade ihren vierten Geburtstag gefeiert hat.

00:00:50: Von Anfang an hat Moni sehr transparent über ihre Arbeit als Agentin auf Social Media berichtet, hat Einblicke in Höhen und Tiefen geteilt und war für den Young Excellence Award des Börsenvereins nominiert.

00:01:04: Über Ihre Arbeit als Literaturagentin sagt sie selbst Für meine Autor-Innen bin ich Beraterin und Vertraute, kreative Sparringspartnerinnen und lauteste Cheerleaderin.

00:01:15: Hallo Moni, schön, dass du da bist!

00:01:17: Hallo, vielen Dank für die Einladung – ich freue mich sehr!

00:01:20: Ja

00:01:20: wir freuen uns total, dass Du da bist.

00:01:24: Ich muss sagen, ich war ja Quereinsteigerin in der Branche und ist eigentlich teilweise immer noch das ganze Feld der Literaturagenturen so ein bisschen ne Blackbox.

00:01:37: Deswegen würde ich dich gerne ganz am Anfang fragen, wozu braucht es eigentlich Literaturagenturen und was machst du euch den ganzen Tag?

00:01:46: Das sind zwei große Fragen.

00:01:48: Wozu braucht das eigentlich Literaturegenturen?

00:01:52: Wir sind eine Art... je nach Thema aus welcher Richtung man ist betrachtet oder aus Verlagsrichtungen betrachtet in der Art Filter könnte man sagen, all der Projektideen und Manuskriptvorschläge die da draußen in Posteingängen auf Rechnern extern festplatten und Schreibmaschinen unterwegs sind.

00:02:15: Und das sind sehr viele so dass LektorInnen in Verlagen selbst die Manuskrypte, die von Agenturen kommen nicht annähernd bewältigen können muss man ehrlich sagen.

00:02:30: Daher eine ganz, ja man könnte fast sagen für die Arbeit im Lektorat essenzielle Partnerschaft bilden.

00:02:37: Weil wir genau gucken wo steckt das größte Potenzial drin und vor allem auch für wen könnte das passen?

00:02:44: in welches Programm?

00:02:45: aber auch zu welcher Lecturin?

00:02:47: Zu welchem Lecture?

00:02:48: oder wer hat da einen Leidenschaft dafür?

00:02:50: Zu wem passt das thematisch auf?

00:02:52: Welchen schreibtisch muss das?

00:02:55: Und dass ist Benefit, dass wir für Schreibende mitbringen.

00:03:01: Weil wir eben wissen welche Menschen da sind und wie wir die erreichen, wie wir sie ansprechen.

00:03:08: Was ein Projekt mitbringen muss um für die Leute als allererstes mal interessant zu sein?

00:03:14: Und das ist so der Grundpfeiler meiner Arbeit könnte man sagen.

00:03:18: aber bei Weitem nicht alles was ich den Tag übermache.

00:03:21: also das ist natürlich ein essenzieller Teil wirklich meinen Posteingang zu scannen und zu gucken.

00:03:27: Was kommt da rein?

00:03:28: Was wird gerade gesucht, was finde ich am spannendsten und in der Qualität am überzeugendsten für diejenigen dann Verlage zu finden.

00:03:36: Aber meine Arbeit hört da noch lange nicht auf.

00:03:38: also ich begleite über idealerweise viele Jahre höhen und wenn es sein muss, auch mal tief im Überverlagswechsel neue Projekte, die eine neue Ausrichtung hinweg.

00:03:49: Ich schlichte Konflikte falls es mal welche geben sollte.

00:03:54: ich ja bin wie gesagt kreative Sparings Partnerin und all das gibt ne dritte Meinung zu einem Cover Entwurf usw.

00:04:02: also dass ist wirklich ne bunte Tüte die ich da meinen Shop nennen darf.

00:04:09: Du hast ja selbst lange Zeit als Lektorin in verschiedenen Verlagen gearbeitet und hast da ja wahrscheinlich auch relativ früh schon von der anderen Seite her mit Literaturagenturen zusammengearbeitet.

00:04:23: Gibt es in deinen Augen eine Veränderung in der Zusammenarbeit zwischen Literatur-Agenturen und Verlagen, seitdem du diese Jobs machst oder ist das quasi konstant immer der bestehende Austausch?

00:04:38: Ich würde sagen, zwischen Agenturen und Verlagen hat sich da nicht allzu viel verändert.

00:04:45: So jede Agentur hat so ihre Art der Zusammenarbeit und Kommunikation.

00:04:50: ich glaube die größere Entwicklung merkt man wirklich auf der anderen Seite also zwischen Schreibenden und Agenturen gerade was die Ansprache angeht.

00:05:01: Du hast ja vorhin schon Social Media kurz erwähnt wie man sich als Agentur Präsentiert, wie man sich zeigt.

00:05:08: Wie persönlich, wie nah war man Auftritt?

00:05:10: Ich habe das Gefühl dass ich da schon einiges getan hat und in vielen Bereichen der von außen her auch so wahrgenommen Elfenbeinturm nicht mehr... nicht mehr ganz zu verschlossen ist und vielleicht auch mal ein kleines Sichtfenster bietet oder sogar mehr.

00:05:28: Also

00:05:28: hast du so ein bisschen das Gefühl, früher wusste man quasi als Lesende überhaupt nicht dass es sowas wie Literaturagenturen gibt?

00:05:35: Und dass jetzt ausgebrochen... Ist das so ein bissel in die Wahrnehmung?

00:05:40: Also das zum einen schon.

00:05:41: ich glaube mittlerweile ist den allermeisten Menschen, die das Ziel haben in einem Verlag publiziert zu werden klar oder sie können es alternativ sehr leicht herausfinden dass der Erfolg versprechendste Weg über eine Agentur geht.

00:05:54: Das ist auch immer wichtiger als es noch vor weiß ich nicht fünfzehn Jahren war Als ich mein Volontariat gemacht habe.

00:06:02: da haben wir noch wirklich diese.

00:06:04: diese Mappen die per Post eingeschickt wurden als volontär innen weggeprüft passiert heute in der Regel gar nicht mehr.

00:06:13: Also umso wichtiger wurden Agenturen, was ich glaube auch sehr verändert hat ist das doch dieses... Ja, dass es insgesamt einfach ein bisschen stärker auf Augenhöhe passiert, was mir mit der Gründung sehr wichtig war, dass Verlage, Schreibende und Agenturen wirklich als Teams funktionieren kann ich ja natürlich nicht für alles sprechen und auch da hat jede Agentur so ihre Arbeitsweise, aber ich glaube dass das doch sehr stark in diese Entwicklung geht.

00:06:50: Und dass man auch Agenturen über die Menschen dahinter stärker wahrnimmt als nur über weiß ich nicht, in einer sehr dezenten Webseite mit dem Logo drauf.

00:07:00: Du hast jetzt mehrmals schon betont dass jede Literaturagentur so ein eigenes Stil hat oder so ein einziges Ding hat.

00:07:07: Wofür steht die Marke Monika Camp?

00:07:12: Dazu würde ich glaube ich einmal kurz ausholen an den Punkt als ich entschieden habe eine eigene Agentur zu gründen weil das glaube ich ganz gut widerspiegeln kann wo ich mich sehe.

00:07:26: Und zwar kam für mich irgendwann der Punkt wo ich gemerkt habe, mich würde diese andere Seite mal interessieren.

00:07:31: Ich würde gerne mal als Agentin arbeiten und für mich als gute Angestellte war natürlich erstmal die naheliegende Überlegung, wo könnte ich mich mal bewerben?

00:07:43: Und da bin ich sehr schnell in den Gedanken gekommen bei welcher Agentur würde ich mich denn bewerden wenn ich Autorin wäre, wenn ich jemandem meinen Manuskript schicken möchte.

00:07:54: Welche Agentur würde mich am meisten ansprechen?

00:07:57: Und dann habe ich sehr schnell gemerkt, dass für mich da doch eine gewisse... Ich wäre das Lehrstelle zu hart formuliert weil ich will nicht sagen, dass das überhaupt von niemandem jemals irgendwie besetzt wurde aber ich wähle wie viele glaube ich meiner Generation und Jüngere sowieso.

00:08:16: wenn ich eine beispielsweise neue Zahnärztin brauche, dann google ich und nehme die bei der ich die Website am schönsten finde und das Foto mir irgendwie am sympathischsten ist.

00:08:25: Und wenn man auf Agentur-Websites guckt, zumindest war es noch sehr ... Also da hat sich auch ein bisschen was verändert.

00:08:31: vor ein paar Jahren noch sehr stark so... Das waren sehr zurückhaltende Websites!

00:08:36: Da war mal eine Name manchmal vielleicht auch schon einzelnes Foto abgebildet aber man hat nicht so richtig greifen können, wie ticken die Leute sich dahinter verbergen.

00:08:49: Klar waren dann große Namen von Erfolgen und Autorinnen

00:08:52: usw.,

00:08:53: aber wer das tatsächlich ist, dem ich da mein potenzielles Herzensprojekt Schicke in lastigen Jahren an Arbeit und Leidenschaft gesteckt habe?

00:09:03: Das ist oft nicht so richtig sichtlich und muss es ja auch gar nicht sein!

00:09:08: Aber für mich dachte so ne, ich würde jemandem suchen wollen der ein bisschen ein bisschen jüngerer, lockerer, niedrigschwelliger.

00:09:19: So ein bisschen moderner vielleicht rangeht und natürlich auch mit dem Hintergedanken dass ich damit tendenziell auch ein bisschen jungere Menschen ansprechen kann die sich vielleicht von anderen nicht so abgeholt fühlen.

00:09:34: Und das ist bis heute noch sehr die Position wo ich mich sehe was nicht heißt dass ich wahnsinnig junge Stoffe mache grundsätzlich oder nur Nur junge Autor in einen Betreuung überhaupt nicht, aber das ist glaube ich ein bisschen so die.

00:09:50: Das zeigt schon ganz gut die Art der meiner Zusammenarbeit oder wie ich mit Menschen spreche, wie ich umgehe mit Menschen weil zwischen Agenten und Autor immer ein ruder Vibe sein muss.

00:10:03: also egal wie erfolgreich es ist oder nicht Es ist ein Vertrauensverhältnis Und dass kann man am schnellsten und am leichtesten schaffen wenn von Anfang an, der Weib steht.

00:10:16: Jetzt mal sehr schlicht formuliert.

00:10:17: Könnte man

00:10:17: das so zusammenfassen?

00:10:19: Also es wird ja in AutorInnenkreisen immer wieder dieser Satz bemüht.

00:10:25: Schreibe das

00:10:25: Buch,

00:10:26: dass du selber gerne lesen möchtest.

00:10:28: also hast Du die Agentur gegründet, in der Du gerne gearbeitet hättest richtig?

00:10:33: Ganz genau!

00:10:34: Ja, genau die Agenturen, in denen ich gerne geararbeitete und die von der Ich vertreten werden möchte wenn nicht Autoren wäre.

00:10:41: Für mich hört sich das ja schon alles so ein bisschen nach Peep Business in Anführungszeichen an.

00:10:48: Also du sagst ja, es muss weiben mit den Leuten!

00:10:53: Du weißt wer da in den Lektoraten in den Verlagen sitzt was zu wem passt.

00:10:59: und was ich jetzt bei dir höre ist die Art

00:11:02: des.

00:11:04: Der Zusammenarbeit ist mehr als Team und weniger, als distanziertes Business zu betrachten.

00:11:10: Ist ein Ding was du gerne machst Und auch zu zeigen nach außen hin Damit Schreibende die sich an dich wenden auch wissen wer du bist.

00:11:21: Das beantwortet schon so eine bisschen Frage Die wir uns zurückgelegt haben weil Du hast das ja von Anfang an eben auch auf Social Media viel begleitet und Da kriegt man Ja wenn man dir folgt kriegt man da auch wirklich viel mit.

00:11:35: Das war also wirklich von Anfang an auch Teil des Businesses das so zu zeigen, ja?

00:11:41: Ja!

00:11:42: Es wurde ein größerer Teil des business als erwartet.

00:11:45: aber es war von meiner Seite aus vom Anfang an klar wenn ich diese Agentur gründe dann soll das von Anfang eine Runde durchdachte Sache sein und dann will ich damit auch sichtbar werden und nicht nur sichtbare in Richtung der Verlage, sondern natürlich auch sichtlichbar in Richtung den Schreibenden die mir alle ihre tollen Sachen schicken sollen.

00:12:08: Und da war das für mich der naheliegende Weg und es war schon so damals dass natürlich auch andere Agenturen schon bei Instagram waren aber sie haben oft da sehr zurückhalten gepostet, mein Foto von dem Buch zu einer Veröffentlichung.

00:12:26: Und da habe ich dann auch die Möglichkeit gesehen wie ich das für mich als neu gegründete Agentur mit einer Agentin und nicht einem großen Team noch mal vielfältiger nutzen kann und lebendig erfüllen kann und diese Visionen der Agentur, die ich habe einfach viel schneller nach außen tragen kann, als es sonst über Jahre nach und nach hätte passieren können.

00:12:55: Und genau deshalb war mir das von Anfang an klar, dass ich das in irgendeiner Form machen will, dass mir das so Freude machen würde und mir auch so sag mal leicht fallen würde... Es sind auf dem Level zu betreiben, das habe ich jetzt so nicht kommen sehen und auch nicht dass es tatsächlich so stark wahrgenommen wird.

00:13:15: Das hat mich schon ein bisschen überrascht muss ich sagen aber auch total total gefreut natürlich

00:13:24: was damit für mich so ein bisschen zusammenhängt.

00:13:26: Ich erinnere mich an einen wie gesagt für mich ganz am Anfang Literaturagentur Einfach komplette Black Box.

00:13:34: für mich, aber vor allen Dingen auch durch deine Postings habe ich da so ein bisschen Einblicke bekommen.

00:13:40: und ich erinnere mich noch an von irgendeiner Frankfurter Buchmesse.

00:13:43: Ich weiß nicht mehr ob es letztes oder vorletzt ist ja war hast du glaube ich zum ersten Mal da auch so eine box gehabt Und daraus gepostet und Da hab ich mich tatsächlich gefragt also Das ist ja schon alles sehr vorgegeben.

00:13:58: Man kann da diese Boxen da buchen und sitzt dann in dem Kasten, kommt den ganzen Tag nicht aus der Halle raus und redet mit Leuten.

00:14:06: Welche Möglichkeiten hast du als Einzelperson oder kleines Rädchen in der Buchbranche dafür zu sorgen, dass du nicht in diesem System untergehst und auch noch deinen Spielraum behältst?

00:14:21: was dich persönlich ausmacht oder wo du sagst, dass es mir als Marke für meine Agentur wichtig ist damit reinzubringen.

00:14:28: Ja das... Das ist natürlich jetzt ein interessantes Beispiel weil ja dieses Agent-Center auf der Buchmesse, das ist natürlich so'n wilder Bienenstock mit wenig Gestaltungsmöglichkeit sage ich mal.

00:14:40: aber ich glaube der Kern meiner Agenturarbeit und das war's mich vielleicht auch ein Stück weit zumindest von anderen unterscheidet nicht nur, weil ich das will.

00:14:50: Sondern auch wie gesagt, weil als Einzelperson dann noch mal ganz andere Gestaltungsmöglichkeiten habe ist da sich... Wie soll ich es formulieren?

00:15:00: Ja dass ich auch mit meinen Verlagspartnern sehr offen kommuniziere was ich natürlich auch machen kann, weil Ich diese Seite sehr gut kenne und sehr genau weiß welches Struggles die Lektorhänden haben oder wie es sich anfühlt wenn man weiß ich nicht im Buch für viel Geld einkauft und man ist trotzdem nicht so durchgesetzt bekommt im Verlag oder eben nicht in den Buchhandel transportiert, bekommt wie man das möchte.

00:15:27: Und das ist glaube ich schon etwas was die Zusammenarbeit mit mir auszeichnet ohne dass jetzt allen wie gesagt pauschal absprechen zu wollen gar nicht.

00:15:37: aber ja dass sich glaube ich einen sehr klaren Blick drauf habe was möglich ist und was nicht und vor allem darauf in der Regel ihr Bestes geben, um einen Bucherfolg zu erzeugen.

00:15:55: Und es trotzdem nicht immer funktioniert und dann nicht einfach nur zu schauen okay wer hat seinen Job schlecht gemacht?

00:16:01: Und wie bäsch ich den jetzt aus seiner Position?

00:16:05: sondern wirklich zu gucken ok wir können das beim nächsten mal besser machen.

00:16:08: oder wo haben wir vielleicht noch nicht genug geschafft und trotzdem da nicht direkt Ja, diese Zusammenarbeit in Frage zu stellen.

00:16:19: Das finde ich wahnsinnig wichtig und eben wie ich anfangs auch schon meinte da ein gutes Match hinzukriegen das ist nicht nur zwischen mir und Autorin wichtig sondern das finde ich auch zwischen oder ist vielleicht also mindestens genauso wichtig zwischen Schreibenden und Lektoren und dass es auch ein großer Teil meiner Aufgabe da ein gutes Match für Leute zu finden.

00:16:43: Genauso bei einem weiß ich nicht, bei einer Auktion.

00:16:46: Wenn man die Luxusituation hat sich zwischen mehreren Verlagen zu entscheiden... ...nicht nur zu gucken wo ist die meiste Kohle sondern zu gucken?

00:16:53: Wo ist das Umfeld als Ganzes am besten?

00:16:57: Wo fühlst du dich am ersten gesehen?

00:16:59: weil umso leichter ist es dann auch Konflikte oder Rückschläge und so weiter und auch mal zielführen zu lösen und trotzdem von da weiterzuschauen und weiterzugehen.

00:17:12: Und genau, das ist glaube ich einfach so ein Grundsatz nachdem ich sehr stark arbeite und mit dem Ich und meine AutorInnen bislang sehr gut fahren und auch das Feedback aus den Verlagen ist sehr gut und ich glaube dass sich das schon auch so ein bisschen verbreitet sozusagen oder Da immer mehr Leute merken, es geht auch anders.

00:17:41: Oder man kann mit einem sehr starken Teamgedanken genauso erfolgreich Bücher machen.

00:17:49: Ein Teamgedanke haben wir schon mehrfach rausgehalten können – wahnsinnig wichtig!

00:17:56: Damit alle gemeinsam am Erfolg arbeiten.

00:17:59: Jetzt bist du nach wie vor ein Frau-Unternehmen.

00:18:02: Ich weiß nicht, ob du planst irgendwann auch mal Angestellte zu haben die dir Dinge abnehmen oder nicht aber an gewissen Stellen musst du ja mit deiner Zeit auch haushalten.

00:18:15: deswegen hast du ja ganz transparent auf deiner Webseite dargestellt wo du dir konkret Unterstützung holst.

00:18:24: Du hast jetzt zum Beispiel Verträge und Lizenzen Partneragentur zusammen auf die Beine gestellt.

00:18:32: Nach welchen Kriterien hast du dann in dem Fall ausgewählt, mit wem du dich verpartnerst?

00:18:36: Hatten dir dann auch eine gute Webseite und es hat gewiped?

00:18:39: oder wo entscheidest du wenn du Unterwitzung draus und wann du's lieber selber machst?

00:18:44: Ja also dass die Entscheidung mit einer Partner-Agenturt zu arbeiten, die war tatsächlich von Anfang an Klar.

00:18:52: da also daran hing für mich in dem moment auch die Agenturgründung, weil ich natürlich in meinem Leben schon sehr viele Verlagsverträge in Händen gehalten habe und trotzdem.

00:19:03: Na gerade wisst ihr sowieso mit KI

00:19:05: usw.,

00:19:06: da ist immer Bewegungen drin es gibt immer Klauseln über die man nochmal neu diskutiert Es gibt immer Dinge die man juristisch vorher noch nicht durchdacht hat.

00:19:15: es gibt Probleme war es auch immer und mir war klar, ich gründe eine neue Agentur.

00:19:22: Und ich gehe raus und sage Ich komme von der Verlagseite aber ich kann auch.

00:19:28: die Seite vertraut mir und gleichzeitig war es mir umso wichtiger zu sagen juristische Expertise ist nicht darauf begründet, dass ich halt auch schon Verträge mitgezeichnet habe.

00:19:39: Sondern da ist wirklich eine fundamentale Expertise da genauso bei den Honorar-Abrechnungen.

00:19:48: Das hat zum einen eben mit dieser Kompetenz zu tun und zum anderen aber eben auch mit meinen Ressourcen und meinem Zeitmanagement weil ich nicht ein bis zweimal im Jahr mehrere Wochen in Honorar Abrechnungsprüfung versinken möchte.

00:20:03: Wie du schon sagst, meine zeitlichen Kapazitäten sind begrenzt und das habe ich von Anfang an versucht mir sehr bewusst zu sein.

00:20:12: Und ganz klar auch überlegt was ist meine Expertise?

00:20:16: Was ist mein Kerngebiet?

00:20:18: Womit will ich meine Arbeitszeit füllen?

00:20:22: Das ist nicht Honorarprüfung muss ich ehrlicherweise sagen.

00:20:26: und deshalb... Genau war das sehr klar, dass ich eine Partner-Agentur möchte und da hatte ich wieder den Vorteil, dass sich natürlich viele Agenturen von der Zusammenarbeit als Lektorin schon kannte.

00:20:38: Und ich auch wusste, dass es tatsächlich ein paar größere Agenturen gibt die ... Das sind Agentinnen ja, ich glaube sogar... Nein nicht ausstehe es sich aber in erster Linie Agenturen deren Schwerpunkt im Lizenzgeschäft liegt also im internationalen Geschäft, Agenturen als Partner-Agenturen da unter ihre Fittiche nehmen, sag ich mal.

00:21:02: Und ja dann war das eine Mischung, würde ich sagen aus Vibe und Geschäftsentscheidungen was alle Bedingungen drum herum angeht?

00:21:14: Da bin ich bis heute sehr, sehr happy damit!

00:21:17: Das ist wirklich ne fantastische Zusammenarbeit von der ich wahnsinnig profitiere und dass es tatsächlich Mit das erste, was ich jedem mitgebe.

00:21:27: Das habe ich ab und an mal, dass ich mit jemandem spreche.

00:21:29: Da meine ich überlege auch mich selbstständig zu machen.

00:21:33: Hast du einen Tipp für mich?

00:21:33: Ich sage immer sucht den Partner-Agentur!

00:21:35: Weil das macht dir den Kopf und den Schreibtisch frei... ...für deine Kernkompetenz.

00:21:40: Und das finde ich super wichtig.

00:21:43: Ist das was deiner Meinung nach auch als Blaupause

00:21:48: für...?

00:21:49: die ganze Branche gelten könnte, dass man weniger Konkurrenz denken und mehr partnerschaftliche Zusammenarbeit in ähnlichen Geschäftszweigen etablieren sollte.

00:22:02: Oder meinst du das ist jetzt quasi... Das für Agenturen ist es super weil man so verschiedene Profi, verschiedene Fachbereiche hat aber Verlage.

00:22:11: Nein natürlich muss da Konkurrent sein.

00:22:13: Aber Buchbranche ist ja auch mehr als Verlage und Agenturen.

00:22:17: Buchhandlung ist alles, was mit Events zu tun hat.

00:22:22: Was hättest du da so für Ideen?

00:22:24: Was die Branche sich generell von sowas abgucken könnte, von so einem guten gemeinschaftlichen Modell?

00:22:30: Ich weiß gar nicht ob die Bransche sich da etwas von den Agenturen abguckt oder ob es nicht sogar vielleicht sogar schon also sogar schon umgekehrt war weil es das ja durchaus gibt.

00:22:40: Mit Buchhandelszusammenschlüssen oder auch Verlagen, die im Vertrieb kooperieren oder ähnlichem Ja, also auch gerade bei größeren Verlagsgruppen.

00:22:50: Da kennt man auch immer wieder diese internen Diskussionen die alle paar Jahre aufkommen.

00:22:53: wie sehr führt man tatsächlich diese Friendly Competition?

00:22:57: Wie manche Menschen sie gerne nennen oder wie sehr verpartnert man sich da und das würde ich mich jetzt gar nicht trauen, ehrlicherweise dafür die Branche so eine Empfehlung oder eine Beurteilung auszusprechen.

00:23:15: aber Aufseiten der Agenturen, glaube ich ist das ein sehr gutes Prinzip.

00:23:19: Weil wenn wir was wissen dann ist es da draußen genug.

00:23:22: Bücher für alle sind insofern klar gibt es da auch Konkurrenzsituationen wo man um ein einzelnes Projekt oder eine Autorin mehr oder weniger rangelt.

00:23:35: alles in allem Es ist immer so glaube ich sowohl in Agenturen als auch in Verlagen dass es immer individuell ist, was am Ende dabei rauskommt.

00:23:45: Wie ein Buch am Ende aussieht?

00:23:48: Wie es da auf dem Tisch liegt in welchem Umfeld und wie erfolgreich es wird.

00:23:54: Insofern bin ich ja... Bin ich immer der Meinung, dass wir uns auch nicht alles einfach gegenseitig wegnehmen könnten?

00:24:03: Weil das immer anders ausentwürde.

00:24:06: Zum Thema Konkurrenz wäre.

00:24:08: jetzt natürlich die Folgefrage wie schaffst du es denn, dass deine AutorInnen sich nicht gegenseITich cannibalisieren?

00:24:16: Also das ist natürlich ein krasses Wort aber...

00:24:21: Ja ja, aber das ist tatsächlich auch das Wort, was man in Verlagen verwendet.

00:24:27: Aber es ist ein krasses Wort, das stimmt schon.

00:24:29: Ich weiß gar nicht ob ich das verhindern kann oder verhindert müsste überhaupt.

00:24:36: Das ist glaube ich eher ein bisschen die Aufgabe der... Oder dass was die Verlage im Blick haben muss.

00:24:42: Dass sie nicht zwei, weiß ich nicht, zwei Füllerautorinnen Mit einer ähnlichen Zielgruppe zur selben Zeit versuchen in den Buchhandel zu bringen.

00:24:55: Und der Buchhandels ist ja letztlich das entscheidende Nadelöhr, dass dann Zweifelsfall den Blick drauf hat oder dann aussortiert.

00:25:06: Aber wenn es einen unterschiedlichen Verlagen stattfindet, ist es gleich wieder was ganz anderes.

00:25:12: wo ich aber natürlich für mich ein bisschen darauf gucken muss gerade eben bei der Größe meiner Agentur ist das so die Wie kann man das, wenn so die Gesamtkomposition meiner AutorInnen und Projekte halbwegs ausgeglichen ist?

00:25:26: Also ich muss natürlich ganz anders als eine Agentur mit sechs Agentinnen gucken.

00:25:33: Wie stark will ich in welchem Bereich auftreten oder nicht?

00:25:36: Wo sollte ich vielleicht mal wieder was anbieten?

00:25:40: wie viel weiß ich nicht.

00:25:42: Will ich jetzt wirklich in einem Quartal drei Spannungstitel raus schicken.

00:25:47: Also das sind für mich schon so Dinge, die ich ein bisschen im Blick habe.

00:25:51: aber das passiert eigentlich schon ganz früh im ersten Schritt bei der Akquise meiner Autoenden wo ich sehr drauf gucke oder wo es sich oft ehrlicherweise auch so ein bisschen natürlicher ergibt weil ich dann denke so jetzt hätte ich mal wieder Lust auf einen richtigen schönen Familienrom an und jetzt hätte Ich mal wieder lust auf ein tolles Sachbuchthema Und dann gucke ich da automatisch mehr danach Anfälliger dafür, mich da in Titel zu vergucken und den dann zu angeln.

00:26:21: Was ist denn so?

00:26:22: der Moment beim Lesen eines Manuskrips?

00:26:25: Wenn du selber noch gar nicht die Entscheidung getroffen hast, vertrete dich die Autorin, vertrete ich den Auto... So ein Kribbeln, das dir sagt okay.

00:26:34: Das ist ein Titel mit dem muss ich jetzt weitermachen.

00:26:37: oder hast du da ganz klar definierte Kriterien?

00:26:41: wo du sagst?

00:26:42: Ich habe mir einen Businessplan gemacht und ich muss gewisse Ziele pro Jahr erfüllen.

00:26:45: Und wie du gerade sagst, ich brauche es mal wieder in Sachbuch und ich braue es immer wieder in Familienromanen Wie gehst du daran an die Auswahl der Manuskripte?

00:26:57: Es ist eine Mischung aus beidem würde ich sagen.

00:26:59: also leider muss muss ich für meinen Teil sagen, glaube nicht an Businesspläne von Literaturagenturen.

00:27:06: Weil es ist ähnlich wie Kalkulationen in Verlagen.

00:27:12: Wenn man Projekte aktiviert, muss man leider sagen... Man kann da Wunschkalkulation anstellen oder man kann sehr hart realistische Minimal-Kalkulation einstellen und die Wahrheit liegt in den meisten Teilen irgendwo dazwischen findet sich in der Kombination aller Projekte.

00:27:32: Also wenn ich mir das so vornehmen würde, würde ich natürlich sagen... Ich verkaufe jedes Quartal einen Kampagnentitel sechsstellig und dazu direkt ein zweites Buch über das man noch nichts weiß.

00:27:45: Das kann ich mir in meinen Businessplan schreiben aber es wird da doch nicht wahrscheinlicher glaube ich!

00:27:54: tut mein Portfolio jetzt wieder gut.

00:27:56: Auf was habe ich Lust?

00:27:57: Natürlich passiert das alles vor dem Hintergrund des Marktblicks, so was funktioniert gerade, was läuft gerade gut und nach was könnte ich verstärkt gucken.

00:28:08: Aber es kommt auch vor... oder was heißt es kommt ... in vielen Fällen ist gar nicht so eine kalkulierte Entscheidung die ich treffe sondern ist tatsächlich dieses Gefühl von Ich muss das mal ich will, dass unbedingt machen und da gibt's auch mal einen.

00:28:28: Hat tatsächlich noch nicht als da gibt es auch mal ein.

00:28:31: der markt schreit eigentlich gerade nichts danach und viele sind bisschen vorsichtig.

00:28:35: aber diese autorin ist so gut ich kann die nicht ziehen lassen.

00:28:39: ich muss versuchen und also in dem fall habe ich tatsächlich auch sehr klar kommuniziert.

00:28:45: von Anfang an hab gesagt pass auf Ich sehe da Schwierigkeiten in der Vermittlung, aber vielleicht wird es auch großartig und lass uns versuchen.

00:28:54: Und wenn's nicht klappt, dann versuchen wir jetzt mit einem anderen Projekt.

00:28:56: Aber lasst es uns versuchen!

00:28:58: Das ist auch wieder was für mich die offene Kommunikation sehr klar, sehr gut funktioniert.

00:29:09: Es ist einfach so eine Arbeit zwischen hoffen Bangen und manchmal geht es auf und manchmal gibt's nicht auf.

00:29:15: Und die Glaskugeln haben wir leider alle noch nicht, aber ich arbeite.

00:29:20: Also die Kontrollerin in mir hat natürlich gerade eben einen kleinen Herzinfarkt bekommen mit von wegen.

00:29:26: Man kann nichts planen und man soll also hier Businessplan nehmen machen wir nicht.

00:29:31: Die Leserin in mir schreit aber natürlich jufu das... so leidenschaftliche Menschen, wie du nach wie vor auf der Suche nach den besten Stoffen sind.

00:29:41: Und nachdem was noch nicht da war und nach dem auch vielleicht keiner gewartet hat aber was unbedingt alle brauchen ohne es zu wissen?

00:29:49: Ja auch zur Verteiligung des Controlling-Sang.

00:29:51: ihr habt dann natürlich auch nochmal andere Hebel.

00:29:53: dann wenn man an dem Punkt ist wo man weiß in welcher Umfeldentitel erscheint mit welche Budget das ist ja allein dieses.

00:30:02: zwei Jahre später sieht man wieder Markt aussieht Der Buch erscheint und in dem Moment, wenn ein Titel akquiriert ist ganz vieles davon noch eine Black Box.

00:30:12: Insofern... No offense!

00:30:19: Gehen wir doch einmal nochmal zurück auch einfach auf die Branche.

00:30:24: du hast gesagt es passiert ja schon superviel in der Branche jetzt gar nicht unbedingt im Feld der Literaturagenturen sondern auch darüber hinaus.

00:30:32: aber wo?

00:30:34: Wo siehst du denn Aufbrüche, wo du sagst die findest du richtig

00:30:38: gut.

00:30:40: Und wo siehst Du Punkte?

00:30:42: so okay da ist auf jeden Fall noch Luft nach oben.

00:30:46: das sollte sich mal was ändern.

00:30:48: und wovor ortest du dich da irgendwo dazwischen?

00:30:52: Das war es wo du Dich jetzt als Literaturagentin eher in der Beobachterposition siehst oder...

00:30:58: Also tatsächlich ist es bei den meisten Themen meiner Empfindungen nicht so leicht was zu bewegen, weil die Verlagsbranche natürlich doch auch sehr vielen Menschen Unternehmen und Rädchen besteht.

00:31:12: Und einzelne Menschen im Zweifelsfall nur eines sind.

00:31:15: ich glaube schon dass man doch aus so einen gewissen Generationenwechsel sieht und spürt.

00:31:23: in den Verlachshäusern wenn man beispielsweise an Fraueninführungspositionen denkt an Mütterinführungsposition, was nochmal ein ganz anderes Thema ist.

00:31:34: Gerade in Verlagen.

00:31:36: Da tut sich viel in die richtige Richtung da sehe ich immer noch viel Verbesserungspotenzial nenn ich es mal.

00:31:49: Was das gute alte Thema Work-Live Balance angeht.

00:31:52: also da hat sich schon sehr viel getan in den letzten Ich sag mal, zehn, fünfzehn Jahre und da ist natürlich auch mit der nachrückenden Generation ein ganz anderes Bewusstsein dafür.

00:32:06: Privatleben, Arbeitsleben für Überstunden aber nichtsdestotrotz es immer noch so dass einige Jobs in Verlagen und ich kenne dann natürlich den im Lektorat am besten die nicht funktionieren ohne Überstunden, ohne dass man Manuskripte ins Privatleben in die Freizeit und Anführungszeichen mitnimmt.

00:32:31: Und das ist aber gleichzeitig was für das ich nicht so richtig eine Lösung sehe.

00:32:39: Also es hat natürlich einfach etwas mit Kapazitäten zu tun und wäre jeder Lektorat-Stelle dreifach besetzt würde es anders aussehen.

00:32:48: Gleichzeitig Der Nachschub der Manuskripte hört nie auf.

00:32:54: Es ist sicherlich auch was, was man stark im Mindset verankern muss.

00:33:00: Auch wenn man da involontariat ist oder in einer Einsteigerposition trotzdem sagen kann bis dahin mache ich und jetzt ist Punkt- und Feierabend.

00:33:08: Und damit ist es auch gut!

00:33:10: Wenn das nicht gelingt glaube ich... Also kann man das auch nicht dauerhaft?

00:33:16: Zumindest nicht mit der Leidenschaft, die wir uns alle mal vorgestellt haben betreiben.

00:33:21: Das heißt ja da gibt es in jedem Fall glaube ich noch Spielräume.

00:33:26: Jetzt mal ins Blaue hinein gefragt dieses immer mehr Nachschub produzieren, immer mehr Manuskripte umsetzen und immer mehr nachschieben usw.

00:33:39: Meinst du man könnte dem so ein bisschen entgegenwirken wenn man den Lesenden da draußen mehr klar macht, wie viel eigentlich an so einer Buchproduktion dran hängt?

00:33:50: und das ist halt wenn es Qualität... ...einer gewissen Größe haben soll nicht so schnell geht.

00:33:56: Wie die sich das immer wünschen?

00:33:59: Ich weiß gar nicht ob die Lesenden oder die KäuferInnen die Stelle sind, an der's am schwierigsten wird weil ich doch den Eindruck habe dass viele Lesende gar nicht so'n geringes Kurzzeitgedächtnis haben, wie man in den Verlagen und im Buchhandel oft meint.

00:34:20: Und das ist schon was, was sich in den letzten Jahren finde ich auch eine gute Richtung entwickelt hat, dass durchaus auch längere Abstände zwischen Büchern sehr gut angenommen werden oder weniger zurückgespielt kommt.

00:34:34: Oh, das letzte Buch ist schon drei Jahre her, da erinnert sich ja keiner mehr

00:34:36: dran.".

00:34:37: Natürlich ist es was anderes bei Serien oder gerade auch im New York- and Co.-Bereich wo vieles auf Clifthanger geschrieben wird, ne?

00:34:46: Da kannst du natürlich nicht sagen okay du gehst jetzt in der spannenden Szene raus und im Jahr ... ... im Jahr... ... ähm ... ... zwei Tausend einund dreißig kommt die Fortsetzung!

00:34:52: Das würde ich auch nicht empfehlen aber ... ... äh ... davon abgesehen glaube ich dass das schon auch Was ist, was Verlage und Handel ein bisschen?

00:35:05: Ich weiß gar nicht ob kommunizieren.

00:35:07: Aber auch so müssen einfach für sich auch ein bisschen vielleicht wertschätzen oder damit umgehen das es im literarischen Bereich ja durchaus beziehungsweise da ist es teilweise sogar ins Gegenteil verkehrt dass man fast schon den Eindruck kriegt wenn jemand zu schnell schreibt dann kann sie ja nicht so gut sein.

00:35:29: Und das glaube ich Was ich weiß nicht, vielleicht Verlage und Handel auch oft unnötig davon einschränken lassen oder da vielleicht auch zu ängstlich sind.

00:35:43: Und den Lesenden dazu wenig Erinnerung noch oder Treue auch zutrauen.

00:35:52: Für mich zeigt sich das zum Beispiel auch in dem Punkt, dass generell was oder sowieso wie ich jetzt als kleiner Verlag Buchhandel wahrnehme ja auch ganz viel immer an den Novitäten nur hängt und auch bei größeren Verlagen vieles nur an die Novitäten hängt.

00:36:07: Und sobald irgendwie die Saison sozusagen rum ist wird dann noch nichts mehr für das Buch getan.

00:36:13: Aber wenn ich mit anderen Lesenden spreche über Bücher, die wir gerne lesen, dann ist den meisten irgendwie total egal ob das Buch jetzt vor drei Jahren erschienen ist oder jetzt gerade erst und da so ein bisschen ... also diese... Da ist irgendwie dieses Bewusstsein geht so total

00:36:31: ausgehend,

00:36:32: aber wenn man auf die Buchmesse geht, dass das Buch schon im letzten Jahr erschien, das interessiert ja keinen mehr!

00:36:39: Haben wir natürlich nicht dabei.

00:36:43: Da bin ich ganz bei dir, da hast du völlig recht!

00:36:46: Aber das funktioniert glaube ich nicht mit dem Blick darauf dass Verlage gerade natürlich große Verlage marktwirtschaftliche Unternehmen sind weil die wollen natürlich alle das ihre Titel lange Laufzeit nahmen und zwei Jahre später noch in der Buchhandlung lesen gleichzeitig liegen.

00:37:05: gleichzeitig wollen sie all ihre Novitäten Ja mit der gleichen Stärke reinpressen und das.

00:37:12: Wo sollen sie alle hin?

00:37:13: Das funktioniert natürlich nicht, dass es wenn man sich das vor Augen führt ist das ein bisschen absurd da hast du vollkommen recht.

00:37:22: aber ja das hat sich auch ein bisschen verschärft mit dem Schrumpfen der Labenflechte der Buchhandlungen insgesamt.

00:37:34: Das hat sich da doch alles stark zugespitzt, auch im Onlinehandel, den wir starken des Onlines handeln, wo alles was nicht aktuell ist und ohnehin einen gewissen Traffic hat noch mal schneller stärker unsichtbar wird.

00:37:49: Ja das ist vielleicht etwas, was dann tatsächlich nur durch die Nachfrage sich ein bisschen verschieben kann.

00:37:57: Und es ist aber auch was, wo ich das Gefühl habe dass ich auch mit den sozialen Medien Da einiges getan hat, weil es da doch immer wieder aufkommt dass Titel sehr lange sehr sichtbar sind.

00:38:08: Dass auch alte Sachen mal wieder rausgekramt werden sozusagen oder dann noch mal so einen kleiner Hype entsteht Auch zu Backlist-Titeln oder wirklich älteren Titeln und Vorgängertitel zu einer Neuerscheinung.

00:38:27: Und das finde ich sehr schön.

00:38:31: Ja, finde ich schön.

00:38:32: Wenn man das auch auf den Buchhandel ein bisschen ausweiten würde gleichzeitig, wie gesagt nimmt das wahrscheinlich zwangsläufig dann wieder die Novitäten Sichtbarkeit.

00:38:41: Also du als Literaturagentin bis wohin geht deine Arbeit an einem Buch?

00:38:46: Wie viel hast Du noch mit einem Buch zu tun wenn der Vertragsabschluss fertig durch ist?

00:38:52: Das ist unterschiedlich ein bisschen je nach Bedarf, würde ich sagen oder je nach Projekt die sich da oft auch unterscheiden.

00:38:59: Es gibt natürlich Bücher, die sind zum Vertragsabschluss schon fertig geschrieben.

00:39:04: dann gibts einen geschmeidigen Lektoratsdurchlauf ein Kapperentwurf den alle lieben und es wird ein Bestseller.

00:39:10: das finden wir super!

00:39:11: Dann mache ich nen schönen Folgevertrag und alles in glücklich.

00:39:16: In allermeisten Fällen ist es nicht ganz so geschmeydig.

00:39:20: also es gibt Natürlich auch Projekte, an denen man noch mal länger feilt.

00:39:25: Gerade auch im Sachbuchbereich, wo die Verträge oft auf Grundlage eines Exposés und einer kurzen Leseprobe abgestoßen werden.

00:39:33: Und da kommt es ein bisschen drauf an... Da bin ich doch aus schon so eine Ansprechpartnerin für ein kurzes Orientierungsgespräch.

00:39:44: oder was hältst du von?

00:39:45: Moni sagt doch mal ... Teilweise sind da natürlich auch die entsprechenden Lektorate sehr eng involviert und ich bin dann eher eine dritte Meinung, falls man mal noch ne Dritte Meinung braucht.

00:39:56: Das ist unterschiedlich.

00:39:58: aber im Grunde betreue ich meine Outdoor-Innen konstant.

00:40:04: Und da gibt es mal Phasen, wo man weniger regelmäßigen Austausch unter der Woche hat und dann gibt es wieder intensivere Phasens.

00:40:12: In der Regel ist das also zum einen natürlich in der Zeit, wenn man ein Verlag dafür sucht und diese Verlagsanscheidung getroffen wird, dann gibt's meistens auch nochmal einen Peak rund um den Erscheinungstermin oder in der Vorbereitung, wenn es wirklich konkret in die Programmplanung geht.

00:40:28: Wenn's darum geht wann soll das Buch erscheinen?

00:40:30: Wie solls aussehen was soll draufstehen und da habe ich natürlich auch so eine Art Überwachungsfunktionen klingt jetzt sehr autoritär aber Ich gucke mir dass natürlich auch sehr genau an.

00:40:42: und wenn ich das Gefühl hab hier sollte ich mal kurz meine Hand heben dann mache ich das im Zweifelsfall auch weil ich dann natürlich auch einfach das beste Interesse meiner Autorinnen im Blick habe Genau, und da einfach mit drauf gucke.

00:40:56: Und auch schau, passiert da im Vorfeld genug?

00:40:59: Hab ich das Gefühl die Presse kümmert sich so sehr wie sie sollte.

00:41:04: Machen alle ihren Job gut!

00:41:06: So wie wir uns das wünschen würden.

00:41:08: oder soll ich mal vorsichtig nachhaken ob die Planung schon soweit ist wie ich es mir wünscht würde?

00:41:14: Und davon abgesehen bin ich natürlich auch einfach die Ansprechpartnerin meiner Autorhunde für tatsächlich auch so ein bisschen ja, die Softenthemen drum herum.

00:41:24: Das ist gerade bei debutant in einem emotional oft sehr aufwührend und mit wahnsinnigen Unsicherheiten verbunden und oft auch eine Unsicherheit wie sie was einschätzen können und sollten, was von Verlagsheite kommt?

00:41:39: Was normal, was ist gut?

00:41:42: Was ist schlecht.

00:41:43: Was kann man erwarten?

00:41:44: Was eher

00:41:44: nicht?".

00:41:45: Und das dann auch entsprechend einzuordnen, kann für viele eine wahnsinnig wichtige Stütze sein in diesem gesamten Prozess der dann ja oft schon vor Erscheinen des Buches wieder mit einem zweiten Projekt anfängt.

00:42:01: wenn man sich über die Glocke und wie geht es von jetzt an weiter?

00:42:04: und mit was können wir als nächstes um die Ecke kommen?

00:42:10: Hört man Arbeit im Grunde nie auf.

00:42:13: Also Work-Life Balance, kriegst du hin?

00:42:16: Aber es ist natürlich eine wahnsinnige Herausforderung mit so vielen verschiedenen Arbeitsbereichen, mit so viele verschiedenen Menschen zu tun haben.

00:42:26: Lisa hat's eben schon mal zusammengefasst das ist ein absolutes People Business.

00:42:33: Was ist jetzt für dich wenn du jetzt mal auf vier Jahre Literatur Agentur Monika Kempf zurück schaust Was ist der Unawarteste, wenn es das Wort gibt Erfolg für dich gewesen?

00:42:47: Und

00:42:47: falls du das teilen möchtest.

00:42:51: Was ist eine Sache gewesen wo du jetzt rückwirkend sagst Das hätte ich besser anders gemacht.

00:42:57: also gerade war wir ja auch ein Innovations Podcast und zur Innovation gehört immer so ein bisschen zu reflektieren.

00:43:06: Was ist denn schönes Scheitern und was kann man daraus lernen?

00:43:09: Also vielleicht so die gute Bette Agli aus den Jahren Monika Kämpf-Agentur.

00:43:15: Also ich fange mal mit Baden Agli an, da gibt es zum Glück.

00:43:20: jetzt überlege ich doch mal kurz ob ich geradezu zu gnädig mit mir bin.

00:43:26: aber da gibt das tatsächlich stand heute.

00:43:30: ich sage mal keine großen grundsätzlichen Abzweigungen, die ich anders hätte nehmen sollen oder wo ich heute sagen würde.

00:43:41: Da musste ich noch mal eine größere Korrektur vornehmen was glaube ich allein daran liegt dass sich sehr viel also ich habe mir das alles sehr gut überlegt ein bisschen unfreiwilligerweise damals weil Weil ich vor der offiziellen Agenturgründung noch ein Jahr Elternzeit mit meiner jüngeren Tochter eingeschoben habe und während diesem diesen Jahres schon wusste, dass sich die Agentur gründen würde.

00:44:11: Und ich hab wirklich einen Jahr lang drüber nachgedacht wie ich mich positionieren will, wie das für mich funktionieren könnte oder auch nicht.

00:44:21: nicht zeitlich zufällig so ineinandergegriffen hätte, dann hätt ich glaube ich vor lauter Vorfreude und Ungeduld vermutlich vieles nochmal anders gemacht.

00:44:31: Und bestimmt auch noch mal unterwegs irgendwie korrigiert was sich auch völlig in Ordnung finde.

00:44:38: Was für mich sehr gut funktioniert hat ist tatsächlich ... wovon wir es vorhin schon hatten das Thema Social Media und Instagram war dass das für mich so einen großen Teil oder so wichtig werden würde.

00:44:52: das habe ich nicht kommen sehen.

00:44:55: Für mich war es eher gedacht also ein bisschen begleitende.

00:45:01: Personal Marketing Geschichte um ein bisschen Gesicht zu zeigen aber dass so viele Menschen mich darüber finden und mich deswegen als die Agentur auswählen bei der sie sich bewerben möchte, dass auch Die Empfehlungen dadurch wahnsinnig stark angekurbelt werden und mich AutorInnen, die bei anderen Agenturen sehr glücklich unter Vertrag sind.

00:45:25: Trotzdem ihren Kontakten weiter empfehlen weil ich sage guckt doch mal hier bei Instagram das ist die Monie vielleicht wer die war es für dich?

00:45:32: Das finde ich wahnsinnig schön und das hätte ich so nicht erwartet.

00:45:37: und deshalb ist Instagram für mich... Es ist natürlich nicht mein Kernarbeitsfeld und trotzdem ist es ein Zeiler meiner Agenturarbeit Dass das so angenommen wird und auch von Verlag seid, tatsächlich so an genommen wird.

00:45:56: Das würde ich wieder ganz genau machen und da muss ich ehrlich sagen wie gesagt habe ich nicht eins zu eins so kommen sehen und dass dadurch auch Verlagsmenschen in rohen Positionen die mich persönlich noch nicht kannten von vornherein mir sehr, sehr positiv gestimmt waren.

00:46:14: Das war glaube ich... Ich nenn es jetzt einfach mal ein Kloger-Schachzug!

00:46:20: Das hat sich sehr gut gefügt muss ich wirklich sagen.

00:46:23: Also was ich auf jeden Fall aus unserem Gespräch heute mitnehme ist offene und transparente Kommunikation und wenn man schon im People Business ist, sich auch selber zu zeigen.

00:46:37: und deswegen vielen Dank für deine Offenheit auch in diesem Gespräch.

00:46:43: Und wir freuen uns sehr, dass du bei uns zu Gast warst!

00:46:49: Ich freue mich auch.

00:46:49: vielen Dank für eure Zeit und die Einladung!

00:46:56: Liebe Zuhörerinnen und Zuhürger, ihr habt noch Fragen, Anregungen oder möchtet euch mit uns zu einem bestimmten Thema austauschen?

00:47:04: Schreibt uns an igpodcastatboev.de.

00:47:12: Wir möchten uns außerdem bei unserem Hosting Partner, dem Börsenblatt herzlich für die Unterstützung bedanken.

00:47:18: Loslegen!

00:47:19: Der Podcast für mehr Innovation in der Buchbranche ist eine Produktion der IG Digital des Börsenfereins des Deutschen Buchhandels.

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